Experimentelles Erzählspiel Morai wegen Hacker-Angriffen eingestellt


Bis vor einer halben Stunde habe ich noch nie von Moirai [Steam-Seite] gehört. Was eine Schande ist, da ich ich nun nicht mehr die Chance haben werde, es zu spielen. Das kostenlose Spiel folgte einem interessanten Konzept: Es war ein Multiplayer-Spiel, das so tat, als wäre es Singleplayer-orientiert. Grundlegend endete es damit, dass man Antworten auf die Fragen eines anderen Charakters eingibt. Im Anschluss, wenn es jemand anderes spielte, trafen diese Leute auf euch und sahen die Antworten, die ihr euch ausgedacht habt, allerdings in dem Glauben, ihr wärt ein NPC.

Dieser Spieler musste dann auf Grundlage eurer Antworten entscheiden, ob ihr leben oder sterben solltet – das Ergebnis wurde dann per E-Mail zugestellt. Danach musste der nächste Spieler über das Schicksal des vorhergehenden entscheiden und immer so weiter.

Ich erkläre das Prinzip gleich etwas detaillierter, aber das Wichtigste ist: Das Spiel läuft nicht mehr. Die Entwickler entschieden sich letzte Woche dazu, es einzustellen, nachdem Hacker ihre Datenbanken ins Visier nahmen. Damit besiegelten sie das Schicksal eines Spiels, das seit vier Jahren gut lief.

Die Entwickler verkündeten das Aus von Moirai letzte Woche.

“Seit unserem Launch auf Steam sah sich unsere Datenbank mehreren Angriffen ausgesetzt. Wir haben hart daran gearbeitet (manchmal mit unterstützenden Community-Mitgliedern), unser System auf einen kontrollierbaren Zustand aufzurüsten und die Wahrscheinlichkeit von Angriffen zu minimieren.”

“Jedoch wurde unsere Datenbank mehrfach angegriffen, was das Erlebnis für einige Spieler ruinierte und nun darin resultiert, dass es offline geht. Es ist wichtig mitzuteilen, dass keine E-Mail-Daten dabei beeinträchtigt wurden. Diese Verletzbarkeit bedeutet leider auch, dass wir das Opfer künftiger Attacken wären. Wir sind kein großes Studio und haben nicht die Ressourcen, angemessen gegen diese Attacken vorzugehen, also nehmen wir das Spiel aus dem Store.”

Ich versprach, etwas näher ins Detail des Konzepts zu gehen, also los. Ihr, also die Spieler, sucht nach einer vermissten Person in einer unheimlichen Stadt. Ihr erreicht eine Höhle und stolpert über einen blutbesudelten Charakter. Ihr befragt ihn und entscheidet dann, ihn zu töten oder weiterzugehen. Nachdem ihr die vermisste Person innerhalb der Höhle gefunden habt, seid ihr selbst mit dem roten Saft beschmiert und stolpert in Richtung Ausgang, wo ihr einen anderen Charakter trefft, der euch Fragen stellt. Ihr tippt die Antworten ein und der andere entscheidet, ob ihr leben oder sterben sollt.

Es ist ein wirklich spaßiges Konzept und auch ein ordentliches Sozialexperiment. Nur 41 Prozent der Spieler mussten am Ende sterben. Wie vorherzusehen war, tippten 52,85 Prozent Antworten mit verbotenen Wörtern ein.

Man findet das Spiel noch immer auf Steam, aber nach dem Start geht es nicht weiter als bis zum Titelbildschirm. Vielleicht wird es irgendwann wiedergeboren, wer weiß? Für den Moment haben wir hier ein Let’s-Play.

127

Comments

Comment on this story

You must be registered and logged in to post a comment.