Bethesda: Im Fallout Creation Club “geht es nicht um Bezahl-Mods“

Bethesdas Vizepräsident Pete Hines wirkt wie ein Mann, der Diskussionen über Mod-Kontroversen leid ist, beispielsweise das Bezahl-Mod-Durcheinander in Bezug auf Skyrim im Jahr 2015. Binnen weniger als einer Woche seit dem Start von Bethesdas “Creation Club“, in dem man Mods für Fallout 4 [offizielle Seite] für echtes Geld kaufen kann, hat sich dort eine Menge davon angesammelt. Hines jedoch ist nicht nur um Beschwichtigung bemüht, dass diese Premium-Mods der Vorbote von etwas Schrecklicherem sind, sondern ficht auch den Gedanken an, dass der Creation Club aus ‚Bezahl-Mods‘ besteht.

“Wir haben Mods und die Mod-Community seit 2002 beim Wachstum unterstützt, und wir werden weitermachen, neue Dinge ausprobieren“, sagt Hines gegenüber Tek Syndicate auf der PAX West. Er räumt ein, dass Bezahl-Mods nicht funktioniert hätten, und versuchte dann zu erklären, wieso die derzeit zu bezahlenden Mods in Wirklichkeit keine, nun, Bezahl-Mods sind.

“Einer der Gründe, wieso das keine Bezahl-Mods sind: Wenn sie [die Mod-Ersteller] für uns arbeiten, ist es ein Job. Sie werden nicht nur dann bezahlt, wenn sich ihr Zeug verkauft, sondern wie externe Dienstleister behandelt – wir nehmen ihnen also das Risiko ab.“

Hines Auffassung zufolge sind diese Modder im Wesentlichen Entwickler und sollten für ihre Arbeit bezahlt werden. Und das ist hundertprozentig angemessen. Aber es sind nach wie vor… Mods, für die man bezahlt.

Seit dem Start der Plattform letzte Woche gab es Bedenken hinsichtlich der Qualität der angebotenen Mods und viele Diskussionen darüber, welchen Präzedenzfall dies für die Zukunft kostenloser Mods schafft.

Ein weiteres Problem betrifft Mod-Dateiarchive, die derzeit als Teil eines normalen Fallout-4-Patches heruntergeladen werden, selbst wenn man keine einzige Mod erworben hat. Auf Letzteres ging Bethesda in einem FAQ-Update ein: “Wir arbeiten an einer Lösung, damit Creation-Club-Archive nicht Teil eines Spiel-Patches sein müssen“.

Hines war auch bemüht, die Bedenken am Konzept rund um den Creation Club und die bezahlten Mods auszuräumen.

“Es ist noch früh. Nicht mal eine Woche ist vergangen. Ich weiß, dass die Leute aufgebracht und frustriert sind, aber unterm Strich sind Mods weiterhin kostenlos und werden es bleiben. Modder können nach wie vor tun, wonach ihnen ist, mit unserem Zeug, mit dem Nexus, flippt doch aus.“

Was die Qualität der Mods im Creation Club angeht, hat Hines einen einfachen Vorschlag: Sie gefallen euch nicht? Kauft sie nicht.

“Es ist nicht anders als mit Videospielen. Gefällt es dir nicht, weil du denkst, es ist nicht so gut wie das Free-to-Play-Spiel von jemand anderem oder irgendwelche Mods, dann kauft sie eben nicht. Ich verstehe das Problem nicht.“

Das spricht nicht das Problem an, dass Bethesda vertretbarerweise Geld nimmt für Dinge, die noch nicht mithalten können mit einigen der besten Fallout-4-Mods da draußen, sowohl in Sachen Qualität als auch Komplexität. Wie könnten sich die vielen Diskussionen über dieses umstrittene Thema ändern, wenn das vorherrschende Gefühl besteht, dass die anfänglichen Angebote im Creation Club weniger wünschenswert sind?

Zum Ende des Interviews sagt Hines, dieses Experiment hätte erst begonnen. “Wir wollen weiterhin wachsen, Modding weiterentwickeln, und ich denke, das schafft man nicht, indem man auf der Stelle verharrt und sagt ‚Wir probieren nichts anderes aus‘.“

An anderer Stelle im Interview lässt Hines durchblicken, dass Bethesda ein neues Spiel in Arbeit hat, das dieses Jahr angekündigt werden soll. Bei Twitter jedoch ruderte er zurück und sprach von einem Fehler. Schätze, wir müssen warten und gucken, was die kommenden vier Monate bringen. Vor dem Ende 2017 veröffentlicht der Publisher noch Dishonored: Tod des Outsiders, Wolfenstein: The New Colossus und The Evil Within 2.

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