Fallout: New Vegas sollte einst drei spielbare Rassen haben

Obsidians Fallout: New Vegas [offizielle Seite], eines der komplexesten Mainstream-RPGs der vergangenen Generation, wäre fast noch komplexer geworden. Weil Obsidian oftmals kein Maß kennt und in der Planung drei spielbare Rassen vorgesehen hatte. Dank unserer Freunde von Eurogamer, die Obsidian kürzlich im Studio besuchten, erhalten wir einen kleinen Einblick darin, was hätte sein können.

Laut CEO Feargus Urquhart sollten die Spieler ihren Charakter als Mensch, Ghul oder Supermutant ausgestalten können. Durch die unterschiedliche Statur wäre es ein riesiger Aufwand gewesen, die Waffen und Rüstungen entsprechend anzupassen. “Der Versuch, dass all das mit Ghulen und Supermutanten funktioniert, war… [Bethesda] glaubte, das wäre ein Albtraum. Sie sagten nicht ‘nein’, aber ihre Wortwahl war eindringlich. ‘Wir würden euch wirklich nahelegen, das nicht zu probieren.'”

Ein wenig schade in der blanken Vorstellung ist es schon, dass es letztlich nicht dazu kam. Vielleicht aber auch besser so, bedenkt man Obsidians damals noch jugendlichen Überschwang und den Zustand, in dem sich New Vegas zum Release präsentierte.

Als Fallout 4 betrachtete man das Projekt nie. “Es war immer als gigantische Erweiterung angedacht”, sagt Obsidian-Mitgründer Chris Parker und spricht damit eine weit verbreitete Auffassung an. Obwohl Fallout 3 und New Vegas eine Engine teilen, ähnlich aussehen und viele Dinge übernommen wurden, gilt Obsidians Nevada-Trip unter mit der kompletten Serie vertrauten Fans als das komplexere, stärker verästelte Rollenspiel der beiden.

“Es sollte kein Sequel werden”, sagt Urquhart. “Es sollte ein Ablegerprojekt werden. Aber wir waren beunruhigt deswegen und weil die Leute dachten, es sei nur eine große Erweiterung.”

Eine große Erweiterung, die fast alles verbesserte, was Bethesda mit Fallout 3 vorlegte, abgesehen vom technischen Zustand. Vor einigen Jahren, kurz vor dem Erscheinen von dessen Nachfolger, spielte ich noch einmal alle bis dahin erschienenen Teile (hier Teile 1 und 2, hier 3 und New Vegas). Erstaunlich, wie leichtfertig man heute die von Bethesda entwickelten Teile (als tolle Erkundungsspiele und eigene Fallout-Interpretation) ausklammert.

Oh, und Obsidian hätte nichts dagegen gehabt, selbst Fallout 4 zu entwickeln. Obwohl ihnen die Ehre nicht zuteil wurde, bleibt der Nachschub für Ödlandtouristen nicht aus. Mit Fallout: New California neigt sich ein jahrelanges Modding-Projekt dem Ende entgegen. Es gibt eine neue Kampagne in neuen Locations, neue Begleiter, an den zweiten Teil angelehnte Fraktionen, Sprachausgabe und vieles mehr.

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