Die Clan-Quest-Mod 4.0 für Vampire: Bloodlines verschlägt euch tief in unbekanntes Sabbat-Territorium

Ihr habt wenigstens von Vampire: Bloodlines gehört, dem besten RPG, das keiner kaufte und das seinen Entwickler mit in den Ruin stürzte. Ein ebenso atmosphärisches wie fehlerbehaftetes Spiel in seiner Urversion, mit Feingefühl für natürliche Dialoge geschrieben und in Ehren gehalten seit seinem Release Ende 2004. Content-Restaurierungen und Community-Patches sind für Bloodlines nichts Neues. Zum Beispiel die ‘Clan-Quest-Mod’, die sich mit der kommenden Version 4.0 hohe Ziele gesteckt hat.

Die Mod gibt es seit vielen Jahren. Gestartet als Quest-Erweiterung mit spezifischen Missionen für die verschiedenen Vampirclans, wuchs sie im Laufe der Zeit inhaltlich und integrierte andere Mods, etwa die ‘Weapons-Sounds-Mod’ oder die ‘Asenal-Mod’. Sie bringt haufenweise neue Inhalte, darunter Dialoge, NPCs und Zwischensequenzen. Hier zum Beispiel Jane, ein mit der Version 3.1.2 hinzugefügter NPC:

In Version 4.0 kommen weitere Inhalte und Verästelungen in der Erzählung hinzu, mit denen das Rollenspiel komplexer und umfangreicher gerät. Das letzte Update stammt aus dem Sommer und verschafft uns eine gute Vorstellung davon, wie sehr Troikas Spiel hiermit noch mal in die Breite gehen soll.

Die vermutlich größte Beigabe ist ein neuer Hub für die Fraktion des Sabbat, die im Hauptspiel zu kurz kam. Ein ordentlich dimensionierter Stadtteil mit Hinterhöfen, Schnapsläden, Fast-Food-Schuppen, einem Basketballplatz.

Die Pläne, einen eigenen Sabbat-Plot ins Spiel zu integrieren, reichen zwei Jahre zurück. Schon damals hieß es vonseiten des Mod-Erstellers ‘burgermeister’, man wolle es in Version 4.0 ermöglichen, die Camarilla zugunsten eines Sabbat-Beitritts links liegen zu lassen. Der Erzählerverlauf ändert sich dahingehend, dass man die Fraktionen der Kuei-Jin, Camarilla und Anarchs stürzen kann. Wer sich dennoch der Camarilla verschreibt, soll die neuen Inhalte und Areale nicht verpassen, sondern sie in der Rolle eines ‘Maulwurfs’ erleben können.

“Das schlägt ein völlig neues Kapitel in dem Spiel auf, darunter auch ein fünfter Hub – ein Latino-Stadtteil, lose angelehnt an Kommentare von den Entwicklern. Die Hauptthemen sind Loyalität und Verrat. In diesem neuen Hub leben eine Vielzahl neuer NPCs und geben Einblicke in die Clans des Sabbat.”

Zwei besagter NPCs heißen Jesse und Arturo:

Ganz schöner Aufwand, was Charaktergestaltung und Sprachausgabe angeht, wenn ihr mich fragt, besonders im Fall von Arturo.

Laut dem Juli-Update sind die neuen Gebiete allesamt erstellt und erfahren noch Feintuning für eine düstere Stimmung. Die Charaktere sind geschrieben, aber es gehe noch darum, “wichtige Änderungen gegenüber den ersten Entwürfen” zu machen.

Die meiste Arbeit steht bei den Sprachaufnahmen aus, die im Juli erst zu 25 Prozent abgeschlossen waren. Klingt nicht so, als käme die Clan-Mod 4.0 nächste Woche um die Ecke, nicht mal nächsten Monat oder noch in diesem Jahr. Aber mit Blick darauf, was burgermeister und sein Team bereits gestemmt hat, sind sie zu weit gekommen, um jetzt aufzugeben. Vielleicht wartet ihr mit eurem nächsten Durchgang, bis sie fertig sind.

Die Entwicklungsgeschichte von Bloodlines ist eine sehr faszinierende voller Stolpersteine. Vor drei Jahren sprach ich mit einigen Beteiligten von Troika und Activision über die Probleme der beiden Unternehmen während der Produktion, Schwierigkeiten mit der damals noch blutjungen Source-Engine und darüber, wie Troika zwischen Activision und Valve aufgerieben wurde.

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