Sieht schlecht aus für die Fig-Kampagne von Swerys Katzen-RPG The Good Life, aber er “gibt nicht auf”

Für Hidetaka “Swery” Suehiros Projekt The Good Life, seit einem knappen Monat unterstützbar bei Fig, sieht es nicht unbedingt blendend aus. Von den 1,5 Millionen Dollar, die am Ende den Pott für die Entwicklung befüllen sollen, sind derzeit gerade einmal 19 Prozent zusammengekommen. Die Crowdfunding-Kampagne endet in achteinhalb Tagen und wenn kein mittelschweres Wunder eintreten sollte, wird sie wohl sang- und klanglos auslaufen, ohne ihr Finanzierungsziel zu erreichen.

Suehiro (oder Swery65, wie sein Künstlername lautet) ist so etwas wie ein zur Kultfigur gewordener Paradiesvogel. Bekanntheit erlangte seine Version von ‘Resident Evil 4 trifft David Lynchs Twin Peaks’ in Form von Deadly Premonition. Ein Sonderling wie Swery selbst, niedergelassen in einer fiktiven amerikanischen Kleinstadt, so spröde in der Bedienung wie in der Erscheinung. Aber inzwischen ein Kultspiel, das “beste schlechte Spiel aller Zeiten” oder wie auch immer man es nennen will.

The Good Life soll ebenfalls ein “echter Swery” werden, und zwar mit einem englischen Dorf als Schauplatz, in dem sich die Einwohner des Nachts in Katzen verwandeln. Hintergrund ist eine Mordserie, Hauptcharakter eine von Schulden belastete New Yorker Fotografin namens Naomi.

Ob wir jemals mit ihr zusammen das Mysterium hinter dem Ort aufklären und mit Schnappschüssen die Kasse aufbessern werden, ist mit Blick auf den Fig-Stand fraglich. Im Moment jedenfalls. Swery selbst bleibt optimistisch.

“Ich gebe das hier nicht auf”, erzählte er den Kollegen von Polygon. “Auf keinen Fall. Ich ziehe das bis zum Ende durch.”

Für Crowdfunding-Verhältnisse sind 1,5 Millionen nicht wenig Holz. Swery machte sich einen Namen mit kauzigen Nischenspielen von schwer zu vermittelndem Reiz, die eher im Nachhinein Kult wurden (darunter D4, ebenfalls ein Spiel mit, äh, Katzen, zumindest in der einen oder anderen Art). The Good Life sieht nicht so aus, als würde es aus dem ‘Muster des Andersseins’ ausbrechen oder sich großartig darum scheren, eine größere Spielergruppe anzusprechen.

Obwohl Fig zugelassenen Investoren eine Gewinnbeteiligung in Aussicht stellt, kam es bisher sehr selten dazu. Erst das im August erschienene Strategiespiel Kingdoms and Castles spülte den Investoren etwas Geld in die Kassen – das erste, seit Fig vor über zwei Jahren seine Pforten öffnete.

Swery selbst vergießt keine Tränen der Trauer. Im Gegenteil. “Jeder liebt Katzen, oder?”, sagt er. “Und ich möchte die Leute glücklich machen. Also werde ich daran [The Good Life] festhalten.”

Die Kampagne läuft bis zum 13. Oktober, solltet ihr es euch noch anders überlegen oder gerade zum ersten Mal davon hören und denken: “Mensch, so ein Spiel wollte ich schon immer haben, her damit”. Vielleicht wendet sich alles noch zum Guten. Und wenn nicht, ist es schön zu wissen, dass Swery auch nach dem Scheitern alles in seiner Macht Stehende versuchen wird.

2027

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