Activision patentiert ein Matchmaking-System, das Spieler zu In-Game-Käufen ermuntern soll

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Das wird jetzt sicher mehr als nur ein paar Augenbrauen heben. Activision hat eine Methode patentieren lassen, um das Matchmaking in Spielen so zu gestalten, dass sich die Spieler stärker zu Mikrotransaktionen angehalten fühlen. Also mehr Geld ausgeben. Und das öfter tun.

Ursprünglich wies Glixel auf das Patent hin, in der Annahme, das System könnte bereits in dem einen oder anderen Titel seinen Dienst verrichten, aber Activision zufolge ist das nicht der Fall.

“Im Jahr 2015 hat ein R&D-Team [Research and Development] das Patent angemeldet und arbeitet unabhängig von unseren Spielstudios daran”, heißt es vonseiten Activisions mit der Bekräftigung, das System sei noch in kein Spiel implementiert worden. Auch in Destiny 2 nicht, wie Bungies Community-Manager David “Deej” Dague bei Twitter bestätigt:

Dem amerikanischen Patent- und Markenamt zufolge wurde das Patent vor zwei Jahren eingereicht, aber erst am 17. Oktober bewilligt. Das Prinzip sieht grundlegend vor, dass ein eher unbeleckter Spieler via Matchmaking einem erfahreneren, über Premium-Items verfügenden Spieler zugeteilt wird. Diese zu sehen und reizvoll zu finden, so die Hoffnung, soll dem Rookie den Griff in die Brieftasche erleichtern.

“Zum Beispiel könnte die Mikrotransaktions-Engine einen erfahreneren und einen weniger erfahrenen Spieler zusammentun, um Letzteren zu ermuntern, spielbezogene Dinge zu kaufen, die der erfahrene Spieler besitzt”, heißt es in der Patentschrift. “Der weniger erfahrene Spieler könnte dem anderen nacheifern wollen, indem er Waffen oder andere Items kauft, die dieser benutzt.”

Dieselben Informationen könnten sich darauf auswirken, welche In-Game-Käufe überhaupt erst groß angepriesen werden.

“In einem konkreteren Beispiel”, heißt es weiter, “könnte der weniger erfahrene Spieler dem Wunsch folgen, ein fähiger Scharfschütze in einem Spiel zu werden (beispielsweise belegt durch sein Spielerprofil). Die Mikrotransaktions-Engine könnte ihn einem Spieler zuteilen, der ein höchst qualifizierter Scharfschütze in dem Spiel ist. So könnte sich der weniger erfahrene Spieler veranlasst sehen, spielbezogene Einkäufe zu tätigen, etwa ein Gewehr oder anderes Item, das der überlegene Spieler verwendet.”

Schlussendlich könnte das System auch Einfluss nehmen auf den Ausgang von Matches. Hauptsache, man fühlt sich nach einem vor zwei Minuten erfolgten Kauf gut und als hätte man eine sinnvolle Investition getätigt.

“Falls der Spieler eine bestimmte Waffe kaufte, könnte die Engine ihn einer Sitzung zuordnen, in der genau diese Waffe höchst effektiv ist. Der Spieler erhält so den Eindruck, dass besagte Waffe ein guter Kauf war. Dies könnte ihn ermutigen, künftig weitere Käufe zu tätigen, um ähnliche Ergebnisse zu erzielen.”

Weiterhin heißt es, dass sich alle im Patent benutzten Beispiele auf First-Person-Shooter beziehen, man das System aber auch in vielen anderen Spielen benutzen könne.

So die Sachlage. Im Einsatz ist das System laut Activision noch nicht, aber sie werden kaum so viel Zeit und Geld darin investiert haben, um es jahrelang in der Schublade liegen zu lassen.

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