Dead Space 2: Entwicklung kostete 47 Millionen Dollar, und 4 Millionen Verkäufe waren zu wenig

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Update 19.10.: Zach Wilson hat sich infolge seiner breitflächig aufgegriffenen Tweets noch einmal korrigiert. Zum einen stellt er klar, dass seine Angaben zu den Entwicklungskosten Schätzungen unterlagen. Zum anderen sagt er, dass die 60 Millionen zu hoch gegriffen waren. “Die meisten Leute aus dem Team glauben, der Betrag für Dead Space 2 geht mehr in Richtung 47 Millionen”, sagt er (via Sixaxis). Das erste Dead Space kostete in der Entwicklung ungefähr 37 Millionen Dollar.

Originalmeldung: Gestern erreichte uns die betrübliche Nachricht, dass EA das für die Dead-Space-Trilogie zuständige Entwicklerstudio Visceral Games schließen lässt. Während andere Entwickler den Betroffenen bei Twitter noch alles Gute wünschen und auf eigene Stellenanzeigen hinweisen, meldete sich der ehemalige Visceral-Mitarbeiter Zach Wilson mit einem kurzen Einblick darin, was in Triple-A-Größenordnungen “Misserfolg” bedeuten kann.

Wilson arbeitet inzwischen an einem unangekündigten Spiel für Bethesda, war aber an der Entwicklung von Dead Space 2 beteiligt. Die Fortsetzung zum Säbel-ihnen-alles-weg-Horrorspiel erschien Anfang 2011 mit etwas stärkerer Actionbetonung. Ich glaube, EAs offizielle Begründung war irgendwas mit “zu gruselig für viele Leute”, weshalb man sich für eine leichte Kurskorrektur entschied.

Dead Space 2 war trotzdem ein atmosphärisches, aus allen Rohen Terror, Gedärme und Ekelszenen feuerndes Spiel. Ein wenig zu wild und aufgedreht vielleicht, aber gut. Und kostspielig, wie wir nun dank Wilson wissen.

“Dead Space 2 kostete 60 Millionen Dollar in der Entwicklung und sie waren gnadenlos mit ihrem Budget”, schreibt er. “Sie verkauften vier Millionen Exemplare, und das war nicht genug.”

Ob das Spiel am Ende Gewinn erwirtschaftete, weiß er nicht. “Aber es blieb hinter den Erwartungen zurück, und die zu erfüllen ist genauso wichtig.”

Vier Millionen klingt nicht nach Peanuts, richtig? Gehen wir davon aus, dass nicht alle Kopien zum Vollpreis verkauft wurden, relativieren sich die Verhältnisse ein ganzes Stück. Nun ziehen wir die Kosten fürs Marketing ab, für die Herstellung, die Distribution, die Einzelhändler und Plattforminhaber von Valve bis Sony… wie viel bleibt da noch?

“EA verdient 30 Dollar pro Kopie, nachdem Einzelhändler und Konsolenhersteller ihren Teil bekommen haben”, fügt Wilson hinzu. “Und jetzt bedenkt, dass ein Teil im Sale verkauft wurde.”

Es ist unheimlich bedauerlich, dass die Reihe nie so richtig auf die Beine kam. Nach den enttäuschenden Verkäufen des zweiten Teils entschied sich der Hersteller für einen gröberen Richtungswechsel mit Dead Space 3 (seit Kurzem übrigens kostenlos für Origin-Access-Abonnenten spielbar). Noch mehr Action, noch weniger Horror und krude Mikrotransaktionen, die zum Release 2013 einen riesigen Aufschrei provozierten, waren in Kombination sicher wenig hilfreich.

Seitdem ist kein neues Dead Space erschienen und allerspätestens nach dem gestrigen Tag würde ich auch nicht mehr darauf wetten.

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1 Comment

  1. paulapuffmutter says:

    Eines muss man EA zugute halten: Sie haben die Dead Space Reihe immerhin trotz bescheidener Erfolge drei Ableger lang am Leben gehalten und das Genre bedient auch nicht gerade den Mainstream-Geschmack. Da frage ich mich aber wie die Entwicklung ernsthaft 60 Mio Dollar verschlingen konnte?! Nach so viel sieht das Spiel nicht wirklich aus.

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