Odd Gods, ein Taktik-RPG über Musikgeschmäcker, Zeitreisen und die Spleens der Neunziger

odd gods teaser

Dass Charaktere in Rollenspielen auf eure Fantasy-Rasse oder ausgelebte Gesinnung reagieren, schön und gut und bekannt. Aber auf den Musikgeschmack? So etwas kann nur funktionieren, wenn das Spiel und seine Welt derlei Stellschrauben eine Relevanz einräumen. Odd Gods [offizielle Seite] ist so ein Spiel, ein RPG über die Subkultur der Neunziger, angesiedelt in den Neunzigern.

Zunächst mal ist das eine fabelhafte Prämisse, die man nicht oft genug loben kann. Wir brauchen mehr Rollenspiele mit Distanz zu hundertfach ausgewalzten Themen. Vigilantes fällt mir spontan ein, wenn es ein aktuelles Beispiel sein soll, Alpha Protocol, wenn es größer und älter sein darf. Odd Gods vollführt seinen ganz eigenen Schlenker und stützt sich auf den Lebensstil und die Spleens der Neunziger. Seht euch allein das VHS-artige, an den Rändern zerschlissene und zerknickte Cover an:

odd gods cover

Das als isometrisches Taktik-RPG angelegte Spiel reift beim australischen Studio Inn Between Worlds heran, “bestehend aus Branchenveteranen”, heißt es auf der offiziellen Seite. Erzählen wollen sie eine schmuddelige Low-Fantasy-Geschichte Ende der Neunziger. Enthalten sind Reisen durch Raum und Zeit mitsamt der Möglichkeit, moderne Waffen dorthin mitzunehmen, wohin auch immer ihr einen Abstecher unternehmt (und umgekehrt). Allerdings keine Elfen, magischen Waffen, Orks und so etwas.

Das Klassensystem basiert auf den Archetypen der Neunziger, darunter Skateboarder, Goths, Raver, Nerds und Sportler. Statt einer Gesinnung zwischen ‘Gut’ und ‘Böse’ wählt ihr einfach euren Musikgeschmack (etwa Mainstream, Alternative, Underground) – an dem Punkt fühlte ich mich aus irgendeinem Grund an das schöne Nintendo-DS-RPG The World Ends With You erinnert, auch wenn es nichts direkt damit zu tun hat.

Inn Between Worlds möchte ein vollwertiges CRPG entwickeln, keinen Action-Klopper, und das bedeutet “sich verzweigende Pfade und mehrere Enden”. Es gibt kein Level-Scaling, nichts prozedural Generiertes, keine zufälligen Begegnungen. Alles, was ihr erkundet und tut, ist von Hand gestaltet.

Weiterhin sprechen die Entwickler von einem Schwierigkeitsgrad aus den Neunzigern: “Odd Gods ist kein Spiel für schwache Nerven, aber das System ist fair. Friendly-Fire ist standardmäßig aktiviert. Keine Kugelschwämme. Permadeath in den meisten Fällen.”

Bis wir etwas davon spielen können, dauert es eine Weile. Odd Gods befindet sich in einem frühen Stadium und bleibt noch mindestens ein Jahr in der Entwicklung. Die Spielzeit soll etwa zwölf Stunden betragen. Denn: “a) Wir sind ein kleines Studio und haben nicht die Kapazitäten für mehr. Und b) Wir möchten, dass die Leute das Spiel abschließen”.

4343

Comments

Comment on this story

You must be registered and logged in to post a comment.