Im System-Shock-Remake könnt ihr Gegner physikalisch korrekt in Stücke schießen

system shock remake

Heute gibt es einen umfangreichen Einblick in das derzeit bei Nightdive entstehende System-Shock-Remake. Als Teil des November-Backer-Updates veröffentlichte das Studio ein achtminütiges Video mit verschiedenen Szenen, kommentiert unter anderem vom Projektleiter Jason Fader (Technical Producer bei Fallout: New Vegas). Die zur Schau gestellten Inhalte sind noch nicht final, aber wir bekommen eine handfeste Vorstellung davon, wie beherzt Nightdive in den Looking-Glass-Klassiker eingreift und ihn aufbereitet für eine neue Spielergeneration.

Ich habe das Projekt – abgesehen von der Demo im letztjährigen Sommer – nicht so innig verfolgt wie manch anderer und bin erstaunt, wie gut es aussieht. In den eigentlichen Spielszenen seht ihr die klinischen Korridore der Raumstation, bemitleidenswert in eure Richtung torkelnde Monster und viel Dekoratives, das man an einem Ort wie diesem erwarten würde – Blutspuren, zerknüllte Dosen und einiges mehr.

“Tausende Art-Assets wurden in den letzten Monaten gestaltet”, sagt der künstlerische Leiter Kevin Manning. “Und Tausende weitere werden noch folgen.”

Es folgen Ausführungen vom Lead-Level-Designer James Henley. Er erzählt, das Team habe jeden Abschnitt aus dem Original seziert und sich gefragt, wofür er stand, wie er das Spiel bereicherte, was er über die Citadel und die Geschehnisse aussagte. Obwohl das Team nicht jede Ecke bis ins kleinste Detail originalgetreu nachbaut, soll man den Schauplatz wiedererkennen, vom 0451-Code bis zu bestimmten Arealen.

Die Umgebungen sind offen mit Alternativwegen ausgelegt, um Gefahren oder Flure beispielsweise umgehen zu können. Man kann Leitern benutzen, um die Ecke spähen, ohne gleich die volle mutierte Aufmerksamkeit zu erregen, Gegner mit geworfenen Objekten ablenken oder sie einfrieren und in Stücke schlagen. Oder man schießt auf ihre physikalisch kleinteilig wegbrechenden Gliedmaßen, wie man anhand der Test-Map bei der 6-Minuten-Marke erkennt. “Wir wollen euch eine Citadel liefern, die sich gleichermaßen bekannt und frisch anfühlt”, sagt Henley.

“Ähnlich wie in Dead Space” ist nicht nur das Szenario (wobei System Shock natürlich 14 Jahre früher da war), sondern auch die Möglichkeit, Feinden etwa die Beine mit einer Waffe wegzusäbeln. Oder erst den Kopf und im Anschluss Beine nebst Arme, bis nur noch der Rumpf übrig bleibt. Ach, und abgeschossene Köpfe rollen wie physikalische Objekte durch den Raum, wo man sie mit weiteren Geschossen spicken kann. Keine Ahnung, wie viel Arbeit so etwas bedeutet und ob es das Spiel nötig hat, aber, äh, gut zu wissen, dass es möglich ist, nehme ich an.

Ob so oder so: Das Spiel scheint in fähigen, um die Wahrung der Tradition bekümmerten Händen zu reifen. Nightdive ist gerade dabei, einen ‘Vertical Slice’ zu erstellen. Das ist eine Art kleiner Spielabschnitt, der mit allen angedachten Features bestückt ist. “Mit diesem Milestone können wir auch das Kampfsystem für die verschiedenen Waffentypen und Wurf-Items finalisieren”, schreiben die Entwickler in ihrer aktualisierten FAQ (via Gamebanshee). “Wenn dieser Milestone komplett ist, sollten wir etwa eine Stunde Gameplay haben, die sehr bezeichnend für das finale Spiel ist.”

Die Eingrenzung eines Release-Datums verkneift sich Nightdive vorerst, was kein Wunder ist, wenn die eigentliche Produktion (wiederum unterteilt in Alpha, Beta und Final) noch bevorsteht.

Bis es so weit ist, hier schnell der Hinweis auf den derzeit bei Steam laufenden Nightdive-Sale. Für kleines Geld könnt ihr kaufen, was Nightdive seit seinem fünfjährigen Bestehen als Remaster veröffentlichte, darunter beide System-Shock-Teile, Wizardry 8, Turok und viel mehr, als sich hier aufzählen ließe.

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