Sevver ist feiner Pixelhorror über den miesesten Job der Welt

Sevver

Pixelhorror? Schöne Sache, besonders da unser Hirn die von der Technik gelassenen Lücken auffüllen darf. Sevver ist so ein Spiel, nur wenige Minuten im Umfang, ohne großartige Interaktionen, ohne Schießen, Verschieben, Öffnen, Zerstören, Kombinieren, Plündern oder andere Arten, in der 3D-Kanalisation irgendwas zu bewegen. Und dennoch muss eure Spielfigur runter, da ihr Job erbauliche Aufgaben umfasst, etwa die Untersuchung einer Verstopfung in der Tiefe. Vielen Dank auch.

Einer der gruseligsten Jobs für den reinen Lebensunterhalt, so viel ist mal sicher. In den ersten Gängen leitet euch ein Kollege an und sagt, wann ihr auf dem richtigen Weg seid und wann nicht. Das hat etwas Reaktives und man fühlt sich ungewollt wie ein Teil von etwas hoffentlich fernab Verborgenem, in das man nicht unbedingt tiefer vordringen muss.

Bis die Sprachverbindung abbricht und ihr herausfindet, was wirklich da unten lauert. Es ist nicht umwerfend, in dem Pixelstil nicht mal direkt identifizierbar, dann wiederum… ist das doch genau, worum es hier geht. Hinschauen, umdrehen und Fersengeld. Ich brauchte zwei Anläufe, bis mir die Flucht gelang, maximal zehn Minuten, und das waren angenehm beklemmende zehn Minuten.

Das Spiel von Breogán Hackett entstand in 48 Stunden für den vergangenen Asylum-Jam 2017 (gibt dort noch mehr feinen Grusel). Auf den Vorschlag eines Users, dass dem Spiel mehr Handlungsfetzen gutgetan hätten, sagt der Entwickler: “Ich dachte daran, Notizen zu hinterlassen, aber andererseits… wer würde in der Kanalisation Notizen ablegen?”. Recht hat er.

Mit gerade mal 35 MB und zehn Minuten Spielzeit bricht sich niemand einen Zacken aus der Krone beim Ausprobieren des Spiels. Den Download findet ihr bei Itch.

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