Wild West Online wandert hinaus in den Early-Access

Eigentlich wusstet ihr längst davon und ich mag es nicht, Bekanntes zu wiederholen. An manchen Tagen wache ich auf und denke: “Hoffentlich muss ich den Lesern der berühmten Webseite Rock Paper Shotgun nicht erzählen, dass das Videospiel Wild West Online, das definitiv nicht Red Dead Redemption 2 ist, im Early-Access für jeden bereitliegt, der Geld fürs Cowboy-Dasein in etwas ausgeben möchte, das im Übrigen wie ein Standard-MMO aussieht”. An manchen Morgen schaue ich ernsthaft in den Spiegel und glaube das. Aber das Leben gestaltet sich nie so, wie man es gern möchte. Yee-haw.

“Das Westernspiel beinhaltet eine erkundbare Welt, sammelbare Ressourcen, PvP-Kampf, PvE-Missionen und NPC-Quests”, sagt Entwickler 612 Games. Ihr könnt euren Charakter, die Waffen und das Pferd aufrüsten, und es gibt derzeit zwei öffentliche Events: eine “Artefaktjagd” und etwas namens “Golden Road”. Die Verantwortlichen deuten auch an, dieser Wilde Westen sei mit eigenartigeren Elementen versetzt. Hoffentlich ist das keine vorauseilend abgegebene Entschuldigung für Bugs. Stellt euch vor, sämtliche Kühe stehen wegen verpfuschter Animationen auf den Hinterbeinen und die Entwickler sagen nur: “Oooo, soo straaange!”.

Auf der offiziellen Seite könnt ihr euch den Early-Access-Zugang erkaufen, doch einigen Youtube-Videos (einer Alpha aus dem September) nach zu urteilen sieht es noch ein wenig spröde aus. Die Pläne für die Zukunft sehen vor, dass die Spieler Land kaufen und ein Heim errichten können. Hinzu kommen ein über die Karte fahrender Zug, den jeder ausrauben kann, und ein neues Areal in Mexiko, das die Karte laut 612 Games um 50 Prozent vergrößert.

Begeisterung zu empfinden ist schwer, wenn sich die Entwickler nicht sonderlich von MMO-Gepflogenheiten abzuheben scheinen. Und dennoch klingt Western-Multiplayer in Ordnung. Mir gefielen die Wanderungen in Red Dead Redemptions Online-Modus damals auf der Playstation. In Sachen Spielerkonflikt wählte es den gleichen Ansatz wie GTA Online. Ihr könnt jeden töten, den ihr seht, müsst das aber nicht tun.

Die Westernthematik funktioniert in dem Zusammenhang besser als die städtischen Umgebungen eines San Andreas, habe ich den Eindruck. “Wird mich der Fremde dort töten, der mir auf einem Pferderücken entgegenkommt”, würde ich denken, “oder friedlich vorbeiziehen?”. Das waren viel intensivere Momente als in den städtischen Straßen, wo ich oft dachte: “Dieser Kerl in dem Sportwagen rast auf mich zu. Lass mich mein Sturmgewehr zücken”.

5599

Comments

Comment on this story

You must be registered and logged in to post a comment.