EA deaktiviert die Mikrotransaktionen in Star Wars Battlefront 2, zumindest vorerst

Da soll noch mal einer behaupten, dass Gebrüll nicht hilft und keine Probleme löst. Manchmal gelingen damit wenigstens Übergangslösungen wie im Fall von Star Wars Battlefront 2. Der Shooter erscheint erst heute und siehe da: Nach dem teils entwaffnenden Gegenwind, der in den vergangenen Wochen aus der Community in Richtung Electronic Arts wehte, hat der Hersteller die unliebsamen Mikrotransaktionen deaktiviert. Jedenfalls vorerst.

Ihr könnt derzeit keine Lootboxen mit Echtgeld kaufen, ganz egal, wie irre wie sehr ihr euch anstrengt. Vom DICE-Boss Oskar Gabrielson vernimmt man derweil eine Entschuldigung:

“Wir haben eure Bedenken hinsichtlich etwaiger unfairer Vorteile für Spieler gehört. Und wir wissen, dass dies ein ansonsten großartiges Spiel überschattet. Das war niemals unsere Absicht. Es tut uns leid, dass wir das nicht richtig hinbekommen haben”, sagt er (danke, Eurogamer).

“Wir haben euch laut und klar gehört, daher deaktivieren wir sämtliche In-Game-Käufe. Wir werden jetzt mehr Zeit mit Zuhören, Anpassen, Balancing und Tuning verbringen. Das bedeutet, dass die Option zum Kauf von Kristallen im Spiel offline ist und alle Fortschritte durch das Gameplay erzielt werden. Die Möglichkeit, Kristalle zu kaufen, kehrt später zurück, aber erst nachdem wir Änderungen vorgenommen haben.”

Es bleibt spannend. Zum einen betrifft das die angesprochenen Änderungen am Spiel, zum anderen den Zeitpunkt, wann die Mikrotransaktionen in genau welcher Form zurück ins zweifelhafte Rampenlicht treten.

Venturebeat zufolge geschah das plötzliche Zurückrudern in der Angelegenheit erst, nachdem Disney-Chef Bob Iger mit EA-Oberhaupt Andrew Wilson telefonierte. Neben Tipps zur Reinigung schweineteurer Jacketts ging es in dem Gespräch, jedenfalls vermute ich das, am Rande auch um Battlefront 2.

Da steht es nun, SWB2, inzwischen auf eigenen Beinen und ab heute in den Läden. Es bleibt abzuwarten, welche Signale EAs kurzfristiges Eingreifen anderen Herstellern übermittelt. Vielleicht flaut die Aufregung in den kommenden Wochen ab und EA bringt alles wieder in den Ursprungszustand. Hoffentlich nicht. Wer weiß.

Battlefronts Lootbox-Problem wird spätestens seit der offenen Beta auf bereiterer Ebene diskutiert. Kurz darauf meldete sich EA und kündigte Entschärfungen an, vor allem in Hinblick auf die “epischen” Sternkarten, und setzte diese um. Anfang der Woche erfolgte eine Reduzierung der Freischaltkosten für Heldencharaktere, nachdem besonders die 60.000 nötigen Credits für Luke Skywalker und Darth Vader bei vielen Fans für Übelkeit sorgten.

Und das ist nur ein kurzer, keinesfalls vollständiger Abriss zum Thema, zu einem Spiel, das erst heute im Handel erschien und trotzdem schon Staub aufwirbelte wie Lee Van Cleef in seinen besten Tagen. Ich wage die Behauptung, es ist nicht das letzte Mal, dass wir davon hören.

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