“Habgier überlassen wir anderen” – CD Projekt zum Thema Online und Mikrotransaktionen in Cyberpunk 2077

Cyberpunk 2077

Vor einiger Zeit beteuerte CD Projekt, alles sei super im Studio, in Hinblick auf abwandernde Mitarbeiter zumindest insoweit, wie es ein Unternehmen mit Hunderten davon zulässt. Um die 300 Leute arbeiten derzeit an Cyberpunk 2077, einem der meisterwarteten Spiele, angekündigt seit nunmehr fünf Jahren. Ein, wenn man das so einfach ausdrücken möchte, fettes Teil soll es werden, Open-World, stark erzählt und all das. Ein Interview mit CD-Projekt-Chef Adam Kicinski versetzte die Fans kürzlich in Grübellaune. Kicinski sprach davon, Cyberpunk solle “kommerziell noch bedeutsamer werden”, und davon, dass “Online nötig oder empfehlenswert ist, möchte man einen Langzeiterfolg verzeichnen”.

In Zeiten von Mittelerde, Star Wars Battlefront 2 und ihren Lootboxen sind Aussagen wie diese ohne weitere Erklärung ein Wespennest. Nicht nur geht es um eine befürchtete Beeinträchtigung der von CD Projekt gewohnten Qualitäten hinsichtlich der Quest- und Erzählgestaltung, sondern auch um die “kommerzielle Bedeutsamkeit” und die vielen dafür infrage kommenden Hintertürchen, liest man diesen Satz in der Annahme böser Absichten.

Hey, es sind wilde Zeiten, in denen man In-Game-Kisten voller Krempel für ein paar Euro kaufen kann (die Akte Battlefront 2 ist das anschaulichste Beispiel dafür, wie diese Art der Spielgestaltung aufs Gemüt drücken und den täglichen Dialog überschallen kann). Und die Reaktionen auf besagtes Interview sagen eine Menge über die Verunsicherung der Spieler aus.

CD Projekt sah sich daher gestern zu folgendem Tweet ermuntert:

In Bezug auf ein Video des Youtube-Kanals Pretty Good Gaming, das ähnliche Befürchtungen formulierte, antwortete der Hersteller, man solle sich “nicht sorgen”.

Wenn man sich Cyberpunk 2077 vorstellt, so sagt er, dürfe man nicht in kleinerem Rahmen als The Witcher 3 denken. “Großes Singleplayer-Spiel, offene Welt, erzählgetriebenes RPG, keine versteckten Haken. Ihr bekommt, wofür ihr bezahlt”, heißt es. “Kein Quatsch, einfach nur ehrliches Gaming wie Wild Hunt. Raffgier überlassen wir anderen” – eine dankbare Vorlage, die CD Projekt hier nutzt.

Und warum sollte man ihnen auch nicht glauben? Der Ruf des Studios ist nach wie vor einer der besten in der Industrie, besonders in Verbindung mit der fairen Preisgestaltung für immens hohe Qualität (etwa die fantastischen Erweiterungen für The Witcher 3).

Was Cyberpunk angeht, müssen wir uns noch eine Weile am Riemen reißen, wie es aussieht. Spielszenen gibt es nach wie vor keine, ebenso wenig wie einen grob abgesteckten Zeitraum, in dem das Rollenspiel erscheinen könnte. Nächstes Jahr? Das danach? Wer weiß das schon. Die ersten Witcher-3-Szenen waren 2013 zu sehen, das Spiel erschien zwei Jahre später. Nimmt man das als Gradmesser, könnte es noch eine kleine Ewigkeit dauern (falls CDP nicht auf einmal die Bethesda-Schiene fährt). Im Interview mit der polnischen Seite Puls Biznesu (übersetzt von DSO Gaming) wollte sich Kicinski nicht mal festlegen, ob der Termin im kommenden Jahr angekündigt werden wird.

Derweil sucht der Entwickler fleißig nach neuen Leuten zum Stemmen des Projekts. Kürzlich schrieb man etwa Stellen für einen VFX-Künstler und einen Fahrzeugkünstler aus. Solange Letzteres nicht die Position für jemanden bezeichnet, der die CDP-Belegschaft in der Mittagspause mit lebensmüden Stunts vor dem Firmengebäude unterhalten soll, können wir schwer davon ausgehen, dass er, nun ja, Autos für Cyberpunk gestaltet.

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1 Comment

  1. Sadako says:

    Wie bereits im Artikel erwähnt, wenn man einem Studio solche versprechen abnehmen kann, dann CDPROJECT 🙂

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