Das Rollenspiel Call of Saregnar tut so, als seien die Neunziger nie vergangen

haha neunziger

Call of Saregnar [offizielle Seite] stellt sich als “Rollenspiel über Erkundung und Ermittlungen” vor, natürlich mit “Betonung auf Geschichte und Charaktere”. Dass die Neunziger für den Low-Poly-Look Pate standen, erkennt man schon an den ersten Bildern mit Blick auf weite Fantasy-Landschaften und schummrige Gasthäuser. Jupp, ganz richtig erkannt, diese Art machen sie heute nicht mehr. Zum Glück gibt es Leute wie Damjan Mozetič und Tony Manfredonia, die sich in den Kopf gesetzt haben, etwas dagegen zu unternehmen. Ihre Inspirationen sind unter anderem Betrayal at Krondor, Daggerfall, Might and Magic 6 und DSA: Sternenschweif.

Was ist das Besondere an Call of Saregnar, abgesehen davon, dass es auf eure Erinnerungen abzielt? Im Entwicklertagebuch bei Patreon könnt ihr der Produktion folgen. Diese zehn Punkte stellt Damjan Mozetič als charakteristische Merkmale heraus:

  • Zehn Kapitel mit einer erwachsenen Geschichte und einer glaubwürdigen Welt
  • Ein Tribut an die frühen Neunziger: Low-Poly-3D, von Hand gepixelte Güte
  • Digitalisierte Schauspieler als Charaktere
  • 100 Prozent von Hand gebaute Level, Gegner und Items
  • Eine offene Welt zum Erkunden, voll mit NPCs, Locations und Quests zum Unterfüttern der Hauptgeschichte
  • Klassenlose, Skill-basierte Charakterentwicklung durch Benutzen
  • Strategischer, rundenbasierter Top-down-Kampf
  • Einzigartiges Magiesystem
  • Weniger ist mehr: weniger, aber besser ausgearbeitete Items
  • Ihr findet hier keine Quest-Marker, nur eine Karte und ein Tagebuch als Hilfen

Damit solltet ihr eine vage Vorstellung von dem Spiel haben. Seine Welt möchte nicht der wie üblich hergerichtete Fantasy-Spielplatz mit aus den Fingern schießenden Feuerbällen und Eiszapfen sein. “Magie ist ungebräuchlich”, heißt es. “Ihr werdet erfreut sein zu erfahren, dass Riesenratten und Schleimmonster aus diesem Universum vertrieben wurden.”

Das Augenmerk liegt auf der Erkundung der Welt und ihrer Bestandteile. Ihr solltet beispielsweise viel zum Lesen finden und die Lektüre auch nicht ausschlagen. “Schenkt allem, was ihr lest, genaue Aufmerksamkeit, denn oftmals ist es der einzige Weg zum Erfüllen von Nebenaufgaben oder sogar Hauptzielen.” Außerdem könnt ihr schon im ersten Kapitel den tollkühnen Versuch wagen, die komplette Spielwelt zu bereisen und zu entdecken, falls ihr überlebt. Ich liebe allein die Vorstellung, dass so etwas im Bereich des Möglichen liegt.

Weiterhin wichtig ist die Vorbereitung auf das große Abenteuer, indem man seine Siebensachen packt, darunter Nahrungs- und Wasservorräte, und seine Waffen handwerklich in Schuss hält. Die Rede ist davon, Bogensehnen zu schmieren, Schwerter zu schärfen und Dellen aus Rüstungen zu entfernen.

Zwölf Götter und die Entscheidung, welchem ihr euch verschreibt, sind derweil eure Quelle für Zaubersprüche. “Zum Erlangen göttlichen Wohlwollens betet ihr und leistet Spenden in Form von Geld, Nahrung oder anderen Kostbarkeiten”, schreiben die Entwickler. “Allerdings ist nicht jede Gottheit leicht zufriedenzustellen.”

Wem derlei Inhalte ein paar Pennys wert sind, der kann das Spiel bei Patreon unterstützen. Call of Saregnar befand sich über mehrere Jahre in der konzeptionellen Gestaltungsphase und schaffte es kürzlich in die Produktion. Allerdings ist das Projekt eine Freizeitangelegenheit. “Wenn ich nicht gerade genug Geld für eine Vollzeitentwicklung zusammenbekomme, schätze ich, dass noch viele Jahre der Entwicklung ins Land ziehen”, schreibt Damjan Mozetič.

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