Square Enix nennt Gründe für die Trennung von Io Interactive und Hitman

Auch wenn Io Interactive inzwischen wieder auf festem Boden steht, gingen einige Wochen der Unsicherheit voraus, was mit dem Studio und seiner revitalisierten Hitman-Serie nach der Trennung von Publisher Square Enix geschehen würde. Jetzt, da sich der Staub gelegt hat und alles auf die bestmögliche Art gelöst scheint, ist Square Enix bereit, über die Vorgänge hinter den Kulissen zu reden. In einem Interview mit Gamesindustry.biz geht CEO Yosuke Matsuda näher ins Detail, zumindest insoweit, wie das Unternehmen dazu bereit ist.

Zusammengefasst: Gebt Disney die Schuld. Ich scherze nur zur Hälfte.

Obwohl die komplette Geschichte komplizierter ist und die Fronten einvernehmlich geklärt scheinen, sieht die bizarre Wahrheit so aus, dass Square Enix’ Kriegskasse ein wenig erschöpft war. Um ein kommendes neues Projekt problemlos stemmen zu können (Gamesindustry nimmt an, es hänge mit einem Marvel-Deal über mehrere Spiele zusammen, daher die Disney-Verbindung), entschied sich der Publisher zur Trennung von einem weniger profitablen Studio. Obwohl das 2016 erschienene Hitman gut ankam, war Square Enix anscheinend nicht darauf vorbereitet, eine zweite oder dritte Staffel zu finanzieren.

An diesem Punkt hätte alles in einem Desaster enden können. Das Studio hätte getrennt verkauft werden und die Marke bei Square Enix bleiben können. Aber es erfolgten einige Deals und Übereinkommen, der Publisher verkaufte Io mit einem 43-Millionen-Dollar-Verlust zurück an seine ursprünglichen Besitzer und gab die ikonische Marke gleich mit frei.

Während das Spiel für Square Enix nicht umgehend profitabel war, hängt an all dem eine kalte Logik. Selbst wenn Hitman auf dem Vormarsch ist, sind die Spiele ein Wagnis. Jedes künftige Hitman-Spiel wird ein Risiko darstellen, das nun komplett von Io geschultert wird, solange sie nicht einen Publishing-Deal einfädeln. Es scheint, als halte Matsuda (kürzlich als Boss im Nier-Automata-DLC gesichtet) große Stücke auf die Sandbox-Serie rund um den Attentäter und glaubte, dass Hitman ohne Io nicht existieren kann – oder umgekehrt.

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