Stardock und die Original-Star-Control-Entwickler streiten sich um die Serienrechte

Bis zu diesem Monat fiel es leicht, sich auf die Zukunft von Star Control zu freuen. Nach zwanzig Jahren an Fehlstarts sah es so aus, als bekämen wir nicht einen, sondern gleich zwei Nachfolger zum Weltraumklassiker. Die ursprünglichen Designer, Fred Ford und Paul Reiche, arbeiteten an einem direkten Sequel zu Star Control 2, Ghosts of the Precursors, während Stardock an einem Prequel saß, Star Control: Origins, angesiedelt in einem anderen Universum. Inzwischen sind beide Spiele Teil eines aufkochenden und öffentlich ausgetragenen Streits zwischen Ford, Reiche und Stardock-CEO Brad Wardell. Es wird hässlich.

Alles begann – jedenfalls in der Öffentlichkeit – am 1. Dezember mit einem Blog-Eintrag von Ford und Reiche. “Unglücklicherweise scheint es einen zunehmenden rechtlichen Konflikt zwischen uns und Stardock zu geben”, heißt es darin. Die Probleme drehen sich großteils um den Verkauf der Original-Star-Control-Spiele. Im Jahr 2013 verkaufte Atari den Namen, die Markenrechte und bestimmte Bestandteile der Star-Control-Serie bei einer Auktion, bei der Stardock den Zuschlag bekam. Das Duo wiederum argumentiert, dass Stardock keine Rechte an den ersten drei Spielen hätte und sie nicht verkaufen dürfe.

Stardock bietet derzeit alle drei Spiele bei Steam an.

Hervorstechend ist folgende Zeile: “Unserer Meinung nach endeten Ataris Rechte am Vertrieb unserer früheren Spiele mehr als zehn Jahre vor der Auktion”. Oberflächlich sieht es so aus, als stimmte Atari dem zu, jedenfalls zu einem bestimmten Zeitpunkt. Im Jahr 2011 begann Atari damit, die Serie ohne Erlaubnis bei GOG anzubieten, wodurch sich Ford und Reiche zur Kontaktaufnahme veranlasst sahen. Ihren Aussagen zufolge beriet sich Atari mit seinen Anwälten, gestand den Fehler ein und entschuldigte sich. Das führte dazu, dass GOG einen Deal mit den beiden Schöpfern der Originalspiele und Atari einfädelte, damit die Spiele weiterhin im Angebot bleiben konnten.

Das impliziert, dass sich Atari darüber bewusst war, keine Verkaufsrechte an den Spielen zu besitzen, und Stardock diese folglich nicht hätte erwerben können.

Einen Tag später konterte Stardock-CEO Brad Wardell mit einem eigenen Blog-Eintrag.

“Wie viele Leute wissen, waren die klassischen Star-Control-Spiele im Verkauf verfügbar, und zwar schon lange bevor Stardock vor vier Jahren die Rechte von Atari erwarb. Die komplette Zeit über hatten wir die Rechte und die beiden wurden für diese Verkäufe bezahlt. Wenn sie Einsprüche dagegen erheben wollten, dass die Spiele verkauft werden, hätten sie das sie vor ihrer Beteiligung an der Sache klären können und sollen.”

Wardell merkt zudem an, dass Stardock beim Kauf der Star-Control-Rechte von Atari auch ein Publishing-Abkommen für das Franchise einging. “Die Kurzversion lautet, dass sich die klassische IP in einem chaotischen Zustand befindet”, fügt er hinzu. Er antwortete auch auf Fords und Reiches Behauptung, Stardock würde ihre “Aliens, Schiffe und Erzählung” ohne Erlaubnis benutzen – und zwar damit, dass Star Control: Origins in einem anderen Universum und obendrein vor dem ersten Spiel angesiedelt ist.

Vorgestern ging der Disput in die nächste Runde, als Ford und Reiche einen zweiten Blog-Eintrag zur überraschenden Entscheidung veröffentlichten, die Originalspiele von GOG zu entfernen. In diesem dritten Post erzählten sie die Geschichte, wie die Star-Control-Spiele bei GOG landeten. Die beiden scheinen bestrebt, dass Star Control aus allen Stores verschwindet.

“Im Oktober wiederholte sich die Geschichte, als Stardock unsere Spiele bei Steam und woanders verkaufte (sogar im Bundle mit ihren Spielen), und das erneut ohne unsere Erlaubnis. Diesmal konnten wir keine Einigung erzielen, also baten wir darum, dass Stardock den Verkauf der Spiele einstellt. Sie weigerten sich, daher entschieden wir uns zur Beendigung unserer 2011 abgeschlossenen Vertriebsvereinbarung mit GOG. Es ist ein erster Schritt dabei, die Spiele aus dem Verkauf zu nehmen.”

Wardell aktualisierte seinen ursprünglichen Beitrag daraufhin mit einer weiteren Antwort und einer Herausforderung.

“Paul und Fred erheben weiterhin unbegründete Ansprüche bezüglich der DOS-basierten Star-Control-Spiele. Falls sie über Unterlagen verfügen, die ihre Behauptungen stützen, haben wir sie noch nicht zu sehen bekommen.”

Er führt weiterhin an, dass Stardock eine “unbefristete, exklusive, weltweite Lizenzierungs- und Verkaufsvereinbarung” habe, die von Atari käme, davor von Accolade, und Paul Reiches Unterschrift befinde sich darauf. Er kritisierte auch ihren Ton in früheren Schriftwechseln, als sie Ghosts of the Precursors ankündigten – er sagt, sie seien vage und voller Forderungen gewesen.

Unglücklicherweise sieht es nicht danach aus, als ließe sich die Angelegenheit friedlich beilegen. “Mit allem Respekt gegenüber Paul und Fred, aber sie sollten sich wirklich mit einem kompetenten Rechtsberater unterhalten, statt Blog-Einträge zu veröffentlichen”, schreibt Wardell.

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