Infinity Ward eröffnet ein neues Studio in Polen, soll sich um ‚Forschung und Entwicklung‘ kümmern

Iward

Ob wohl irgendjemand die Übersicht darüber hat, wie viele Menschen insgesamt an Call of Duty und dessen jährlich erscheinenden Teilen arbeiten? Es sind bizarr viele, zuvorderst unterteilt in drei namhafte Hauptstudios – Infinity Ward, Sledgehammer Games und Treyarch -, mit Zuarbeiten von Raven Software, bis vor einigen Jahren noch von Neversoft und anderen, auf die man erst wieder kommt, wenn man von ihnen liest. Dieser Studioverbund wächst ein Stück, nachdem Infinity Ward vor Kurzem eine Niederlassung in Polen eröffnet hat.

Die Zweigstelle in Krakau soll sich vor allem um ‚Research & Development‘ kümmern, vereinfacht ausgedrückt um Technisches und vielleicht darum, dass es damit endlich mal vorangehen kann. Call of Duty ist für vieles bekannt, aber für ein herausragendes Technikgerüst? Eher weniger. Und dabei würde es prima passen zu den bombastischen, penibel durchgeskripteten Abrissveranstaltungen, die hier jedes Jahr aufs Neue mit vollem Getöse über uns hereinbrechen.

Laut dieser Übersicht im CoD-Wiki basieren die beiden von Sledgehammer produzierten Spiele – Advanced Warfare und WW2 – auf einer intern entwickelten Engine. Die anderen nutzen, streng genommen, seit Modern Warfare (2007) dasselbe Fundament, nur über die Jahre hinweg erweitert und immer wieder etwas in Schuss gebracht.

Gut möglich, dass sich das polnische Infinity-Ward-Studio darum kümmern soll, dafür eine bessere Grundlage zu schaffen. „Wir bauen ein erstklassiges R&D-Studio [Research and Development] auf, das sich die Kreativität und das Talent der polnischen Spielindustrie zunutze macht“, freut sich Infinity-Ward-Chef Dave Stohl. „Diese Expansion wird unseren Status als eines der hingebungsvollsten und fähigsten Teams in der Industrie weiter festigen.“

Irgendwie bezeichnend, dass der polnische Studioleiter Michal Drobot den Titel ‚Principal Rendering Engineer‘ auf seiner Visitenkarte zu stehen hat. Er versteht offenbar einiges von Technik und davon, wieso Videospiele so aussehen und funktionieren, wie sie es tun. Was im Übrigen auch für die polnische Entwicklerszene gilt, denkt man an CD Projekt oder Techland. Beides gesetzte Unternehmen mit starker eigener Engine. Gut möglich, dass Infinity Ward zudem einen Kerl anheuert, der Leuten vor fremden Bürogebäuden am Aschenbecher auflauert und verschwörerisch „Heeey, ich hab da was für dich…“ flüstert, aber das wäre wohl etwas albern, hm?

Wie auch immer: Das nächste von Infinity Ward entwickelte Call of Duty ist nach dem aktuellen Turnus im Jahr 2019 fällig. Knapp zwei Jahre also noch. 2018 ist erst Treyarch an der Reihe, die zuletzt Black Ops 3 ablieferten. Bis dahin bleibt einige Zeit, die Technikschrauben anzuziehen.

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