Jorry verschmilzt Horror und Point-and-Click-Rätsel, erinnert an Clock Tower

Jorry

Ein an Clock Tower erinnerndes Spiel, und sei es nur oberflächlich, kann sicher nicht so verkehrt sein. Jorry ist nicht verkehrt. Es ist eine Mischung aus Point-and-Click-Adventure und Survival-Beinbrecher, gehalten in einem schmucken 16-Bit-Stil und niedergelassen in einem Gebäude voller… Dinge. Ein mysteriöses Mädchen ist ebenfalls dabei. Und Zombies. Und ein kettensägenschwingender Irrer mit einer Eishockey-Maske.

Also Abgeschiedenheit, eine an den Stuhl gefesselt erwachende Frau, natürlich mit Amnesie, ein klassisches Horror-Setting in einem nicht auf Anhieb erfass- oder erklärbaren Drumherum. Manche Dinge werden sich so schnell nicht ändern.

Ihr spielt Claire und scheucht sie mit einem Point-and-Click-Interface durch die Räume einer Einrichtung, die sich herausstellt als Heimstätte unter arktischen Temperaturen überlebender Kreaturen. Hin und wieder ruft euch das Mädchen namens Jorry an und sagt Sachen, die man ohnehin schon erahnt, etwa: “Sei vorsichtig, gefährliche Dinge geschehen hier“. Vielen Dank.

Das akustische Design ist wunderbar stimmig, auf den Punkt, nicht nur die Musikuntermalung, die auf halbem Weg in Richtung Akira Yamaoka (Silent-Hill-Komponist) eine eigene, Ambient-orientierte Ausfahrt fand. Auch die Geräusche können unter die Haut gehen, zum Beispiel im Startraum, wenn sich der Kettensägenmann aus dem Flur annähert.

Er hämmert gegen die Tür und ihr müsst ein Versteck im Zimmer suchen. Der Kleiderschrank steht dort natürlich nicht umsonst und so heißt es: Glück gehabt, erster Schock überwunden. Wie gesagt, das erinnert sehr an Scissorman, die beständig Druck machende Nemesis aus Clock Tower, woran ich nichts Schlechtes erkennen kann.

Mit der Maus bewegt ihr Claire durch die Kulissen, könnt euch beispielsweise hinter aufgestapelten Büchern verkriechen, verdeutlicht anhand eines “Hideout“-Schriftzugs, wann immer ihr ein Versteck erreicht. Neben klassischen Point-and-Click-Rätseln (Uhrzeiger korrekt einstellen, Kombination für einen verschlossenen Koffer herausfinden etc.) gibt es auch Momente ansatzloser Scheußlichkeit, wenn sich etwa ein zubereiteter Truthahn zu bewegen beginnt, aufbläht und dann in einer roten Wolke zerplatzt. Bäh.

Der Kampf fühlt sich ebenfalls befriedigend an. Ihr zielt mit dem Mauszeiger quer durch den Raum, landet Kopfschüsse bei Zombies, sammelt Zähne als Munition und wurschtelt euch so durch. Die Monster erscheinen zufällig in den Gängen des Anwesens, wie es scheint.

Jorry ist noch in einem frühen Entwicklungsstadium und eine ganze Weile von der Veröffentlichung entfernt. Bis dahin könnt ihr die handliche Demo bei Gamejolt oder Itch herunterladen und ausprobieren.

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