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Quantic Dream ist Vorwürfen über die Arbeitsbedingungen ausgesetzt, Chefs streiten alles ab

Quantic Dream, das französische Studio hinter Fahrenheit und dem PS4-Exklusivspiel Detroit: Become Human, sieht sich Beschuldigungen über missbräuchliche Arbeitszustände ausgesetzt, wie Berichten französischer Medien zu entnehmen ist. Eine gemeinsame Recherche von Canard PC, Mediapart und Le Monde lässt mehrere ehemalige Angestellte zu Wort kommen, die Vorwürfe gegen das Studio und die Führungsriege in Person von David Cage und Guillaume de Fondaumière erheben. Beide streiten derlei Vorfälle ab.

Anschuldigungen reichen von einem allgemein vergifteten Arbeitsklima über Rassismus bis hin zu höherrangigen Mitarbeitern, die sich Kolleginnen gegenüber ungebührlich verhalten hätten.

Einer der bedeutendsten Beschwerdegründe beruft sich auf eine Reihe Photoshop-bearbeiteter Bilder, in denen pornografische Fotos mit den Gesichtern von Mitarbeitern versetzt wurden (eine euren Arbeitsplatz nur halb aufs Spiel setzende Kostprobe findet ihr bei Canard PC). Viele dieser Bilder sind versehen mit homophoben, rassistischen oder sexistischen Texten.

Es gibt mehr als 600 solcher Bilder, von denen einige bis ins Jahr 2013 zurückreichen. Eine formale Beschwerde darüber erfolgte Anfang 2017, als ein IT-Manager – selbst Opfer dieser Aufnahmen – eine davon in einer E-Mail und schließlich den Rest auf einem frei zugänglichen Arbeits-Server entdeckte. Cage und Fondaumière führen an, sie hätten bis zu diesem Zeitpunkt nicht die “schlimmsten“ Exemplare gesehen. Allerdings räumen sie ein, Bilder zu kennen, die “witzig oder mehr oder weniger amüsant“ waren.

Hier verstummen die Beschwerden der ehemaligen Mitarbeiter noch nicht. Cage wird zur Last gelegt, seine Belegschaft zu überstrapazieren, rassistische Witze und unpassende Bemerkungen über einige der weiblichen Schauspielerinnen gemacht zu haben, die in den Spielen des Studios auftreten (danke, Eurogamer, für die Übersetzung der französischen Berichte). Dem Artikel zufolge beschreibt ein Mitarbeiter die Arbeitsbedingungen unter Cage folgendermaßen:

“Cage wird zur Last gelegt, rücksichtslos gegenüber weiblichen Kollegen aufzutreten, hartnäckig dreckige Witze in Anwesenheit seiner Frau gerissen und unangebrachte Bemerkungen über die Schauspielerinnen in seinen Spielen gemacht zu haben.“

“David Cage hat eine ganz spezielle Sichtweise, was die Führung seines Studios betrifft. Seinen eigenen Worten nach betrachtet er es als privaten oder zumindest teilweise privaten Bereich. Er glaubt, dass er dort das Recht hat, zu sagen, was immer er möchte, da es ihm gehört.“

“Andere waren offenbar Zeugen homophober oder rassistischer Witze. Ein Vorfall hatte zu tun mit einem Diebstahl, den eine Überwachungskamera mitfilmte. Nachdem Cage das gesehen hatte, fragte er einen Mitarbeiter tunesischer Abstammung angeblich: Ist das ein Cousin von dir?“

Cage streitet die Vorwürfe ab, nennt sie “lächerlich, absurd und grotesk“ und sagt, sie kämen von “verärgerten“ ehemaligen Angestellten.

“Ihr wollt über Homophobie reden?“, sagte er gegenüber Le Monde. “Ich arbeite mit Ellen Page, die für LGBT-Rechte kämpft. Ihr wollt über Rassismus reden? Ich arbeite mit Jesse Williams, die für Bürgerrechte in den USA kämpft… Beurteilt mich anhand meiner Arbeit.“

Gestern reagierte das mehr als 180 Leute beschäftigende Studio mit einem Tweet auf die Vorwürfe. “Wir weisen diese Behauptungen strikt zurück“, heißt es. “Unangemessenes Benehmen hat bei Quantic Dream keinen Nährboden. Wir haben solche Missstände ernst genommen und werden das immer tun.“

“Wir schätzen jeden Einzelnen, der bei Quantic Dream arbeitet.“ In den Jahren 2015 und 2016 verließen 50 Angestellte das Studio, sagte Le Monde.

“Einige Mitarbeiter reden über Burn-out und Depressionen und haben ärztliche Bescheinigungen als Beweis“, heißt es. “Eineinhalb Jahre später wollen sie nichts mehr von Quantic Dream hören.“

Die Staatsanwaltschaft in Paris hat ein Ermittlungsverfahren wegen Belästigung und Diskriminierung eingeleitet, sagt Le Monde. Der Autor des Artikels beschreibt ein Treffen mit David Cage als Teil seiner Recherche.

“Im Meeting-Raum, in dem sich Le Monde mit ihm traf, fluchte David Cage zweimal, dass Quantic Dream “kein Rugby-Umkleideraum“ sei. Direkt hinter ihm auf einer Tafel war ein Phallussymbol mit furzenden Hoden gezeichnet.“

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Brendan Caldwell

Contributor

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