Jemand hat Getting Over It in unter zwei Minuten beendet

Gelassenheit. Geschick. Geduld. Ruhe.

Das sind nur vier der Attribute, die der Speedrunner “Distortion2“ besitzt (ich leider nicht) – zumindest wenn es um einen Mann geht, der in einem Kessel hockt und einen Berg einzig mithilfe eines Hammers erklimmen soll (ein Satz, den zu schreiben niemals an Witz verliert). OK, ihr habt die Überschrift gelesen. Ihr wisst, was gleich folgt: Jemand hat Getting Over It in unter zwei Minuten erfolgreich zu Ende gebracht. Ist es euch egal, weiter hinten liegende Abschnitte zu sehen, bevor ihr sie selbst erreicht, ist dieser Speedrun einer, den ihr nicht verpassen wollt.

Erstens: wow. Vergesst die Kernspaltung, die Mondlandung oder das eine Mal, als ich eine Mandarine in einem Stück schälte. Wer hätte gedacht, dass die größte Errungenschaft der Menschheit in einem RPS-Posting eingebettet liegt?

Zweitens: Man kann hier eine Menge lernen. Im Speziellen dabei, wie Distortion einige der Abschnitte durchquert, und allgemein beim Wechsel seiner Technik zwischen Überkopfschwingern und presslufthammerartigen Sprüngen.

Die Zahlen auf dem Bildschirm oben rechts zeigen, dass der Aufstieg deutlich zügiger vonstattengehen könnte. Hätte Distortion jedes Segment in der schnellsten Zeit absolviert, die er jemals zustande brachte, hätte sich seine Gesamtzeit bei 1:33 Minuten eingependelt. Rechnet nicht damit, dass er das in Bälde nachholt – die Deinstallation am Ende erfolgte vermutlich nicht nur zu Schauzwecken. Einem der Kommentare zufolge sagte Distortion, er wolle aufhören, sobald ihm ein Run unterhalb der Zwei-Minuten-Marke gelingt.

Nebenbei: Mir gefällt der Endbildschirm, der euch schwören lässt, dass ihr nicht streamt oder aufnehmt, bevor ihr die Spitze des Berges erklommen habt. Alle Bedenken darum, das Ende im Internet anzuschauen, sind verschwunden zugunsten erneuten Verlangens, den Weg nach oben zu schaffen. Ich bin sicher, es wird wieder abebben, wenn ich das nächste Mal falle und stundenlangen Fortschritt verliere. Aber der Berg verschwindet ja nicht. Vielleicht werde ich ihn zum Jahresende bezwungen haben.

Ach, und wer sich wundert, dass Distortion einen schicken goldenen Kessel hat – den bekommt man nach dem hundertsten Erreichen der Spitze. Hier die Rangliste mit den Bestzeiten bei speedrun.com, falls ihr sie im Auge behalten möchtet.

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