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Wie steht es eigentlich um Underworld Ascendant?

Diese Frage darf man ruhig in den Raum werfen, nachdem sich das Rollenspiel von Otherside Entertainment ein wenig unbeaufsichtigt durch die letzten Jahre zu schleppen schien. Gefühlt waren es elf, tatsächlich bisher “nur“ drei, seit das Entwicklerstudio Anfang 2015 rund 860.000 Dollar bei Kickstarter sammelte. Mit 505 Games kam im vergangenen Sommer ein Publisher (und bestimmt eine Handvoll Dollar) hinzu. Außerdem verkaufte Otherside-Chef Paul Neurath sein vorheriges Studio Floodgate Entertainment vor einigen Jahren an Zynga, weshalb ich nicht glaube, dass es ausgerechnet an den Geldmitteln scheitert. Zumal die neuen, von der PAX South anrollenden Eindrücke sehr anständig aussehen.

Underworld Ascendant ist im Fancyspeak der Videospielwelt als “Immersive Sim“ zwar cool klingend, aber recht schwammig erfasst. Das sind Spiele mit interaktiven, großteils offenen Umgebungen, oft mit simulierten NPCs und ihren Abläufen, in denen man mit Physik und verschiedenen Charakterausrichtungen Dutzende Lösungsansätze findet. Prägend für diesen Begriff war das Studio Looking Glass Anfang/Mitte der Neunziger (gegründet von Neurath, oho), dem Otherside Entertainment ein inoffizieller Nachfolger ist. Wie passend, dass das erste von dort kommende Spiel ein inoffizieller Nachfolger zu Ultima Underworld ist.

Kurz gesagt: Ihr habt nicht nur die von einem Designer für diese oder jene Stelle explizit erdachte(n) Lösung(en) zur Verfügung. Die sogenannte “Improvisation“-Engine liefert einen ganzen Baukasten, damit ihr zum “MacGyer der Fantasy-Welt“ aufsteigt, der einen unterirdischen Verbund aus Höhlen, Kerkern und Sümpfen mit eigener Dungeon-Ökonomie erkundet. So erzählte es mir Paul Neurath vor zweieinhalb Jahren, als die Entwicklung in die Vollen ging.

Nun sind drei Jahre noch keine besorgniserregende Zeitspanne, aber Otherside ist auch ein kleines Team und Underworld Ascendant ein ambitioniertes Spiel. Eines, auf das man sich nach den PAX-Eindrücken immer noch freuen darf. Hier das neue Video mit In-Game-Einblicken:

Der Look driftet ein wenig mehr ins Comichafte ab, ohne sich jedoch zu sehr in grellen Farben und solchen Dingen zu verlieren. Eine durchaus passende und vermutlich ressourcenschonende Erscheinung für ein kleines Studio, wenn ihr mich fragt. Weitere neue Spielszenen, versehen mit Kommentaren von Paul Neurath, gibt es bei IGN.

Begleitend zur PAX veröffentlichten einige Webseiten ihre Spieleindrücke, und die sind vielversprechend. Etwa hier bei Techraptor, wo man anhand einer stinknormalen Kiste ein paar Möglichkeiten aufzeigt. Mit genug Körperkraft könnt ihr sie hochstemmen und Feinde damit zu Tode wuchten. Als magisch begabter Charakter lasst ihr sie schweben und Gegnern auf den Kopf fallen. Und mit einer Art Klebekugel heftet ihr sie an Wände und baut euch damit eine Plattform (vorsichtig vergleichbar mit der Schaumkanone aus dem letztjährigen Prey von Arkane).

Ein anderer Zauberspruch greift sich Objekte aus der Umgebung und setzt sie zu einer behelfsmäßigen Brücke zusammen, mit der ihr Abgründe überquert. Man muss dabei ein wenig herumfummeln und -schieben, aber so ist das nun mal in zum Teil auf Physik basierenden Spielen. An anderer Stelle in diesem wundersamen Untergrundreich lassen sich etwa die schleimigen Hinterlassenschaften von Schnecken entzünden. Oder ihr hetzt Gegner mit Magie aufeinander und nutzt ihre hinterbliebenen Knochen als Waffe, wenn das euer letzter Ausweg ist.

Die Demo war offenbar an recht knapper Leine gehalten, doch ihr könnt den Entwicklungsfortschritt via Kickstarter oder auf der im November von 505 Games erneuerten offiziellen Seite verfolgen (jetzt wissen wir, wofür der Publisher gut war). So macht das Spiel langsame, aber stetige Fortschritte, wie es aussieht. Außerdem hat es inzwischen ein anderes Logo. Naja.

Besonders spendable Crowdfunding-Backer haben seit August vergangenen Jahres Zugiff auf eine Pre-Alpha-Version. Nachträglich in den Pott einzahlen könnt ihr nicht mehr. Otherside schaltete die woanders “Slacker Backer“ genannte Möglichkeit im November ab, damit man die physischen Belohnungen für die Unterstützer eintüten kann. Erscheinen soll Underworld Ascendant in der zweiten Jahreshälfte 2018.

Und für die Folgezeit hat sich Otherside mit System Shock 3 unter der Leitung von Warren Spector nicht gerade kleine Fußstapfen zum Hineintreten ausgesucht (nicht zu verwechseln mit dem System-Shock-Remake, das derzeit bei Nightdive entsteht). Sonderbare Zeiten sind das, aber wer will sich schon beschweren?

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Sebastian Thor

Contributor

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