American McGee braucht immer noch eure Hilfe für ein neues Alice-Spiel

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Im vergangenen Herbst bat American McGee darum, dass alle wie die Wahnsinnigen von den Dächern brüllen. Da das für die Meisten zum normalen Tagesablauf zählen dürfte, fügte er als Randnotiz bei, dass er an einem neuen Alice-Spiel sitzt. Oder zumindest an einem Konzept, wie ein neues Alice-Spiel aussehen soll oder könnte. Es gibt da nämlich eine nicht ganz unwichtige Instanz in dieser Angelegenheit: Electronic Arts. McGee würde sein Leben lang vermutlich wenig anderes tun, als Alice-Konzepte auszuarbeiten und ihnen Polygone und all die Dinge folgen zu lassen, wäre nicht EA im Besitz der Lizenz.

Also muss er EA überzeugen, dass ein neuer Teil aus seinem (irgendwie noch existierenden) Studio eine hervorragende Idee ist. Das oder er entwickelt es allein von einem Segelboot aus, falls er so was immer noch tut. In jedem Fall erbittet er nochmals eure Hilfe.

Ins Rollen geriet die Aktion bereits im Herbst, so richtig dann am 6. Dezember, als unter dem Steam-Account seines Entwicklerstudios Spicy Horse ein Posting mit dem Titel “Alice 3, coming… soon?“ erschien. Das Fragezeichen am Ende zeigt schon, dass der Wunsch hierbei noch Vater des Gedanken ist.

McGee ließ darin wissen, dass er mit einem Team derzeit an einem Angebot tüftelt, “Alice von EA zu lizenzieren und unabhängig ein drittes Alice-Spiel zu entwickeln“. Als vorläufigen Titel brachte er “Alice Asylum“ ins Gespräch und als Handlungsrahmen den Zeitpunkt vor den Geschehnissen aus American McGee’s Alice (der erste Teil).

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Das Wunderland ist in seinem Entwurf noch nicht komplett verdorben und ein kurzer Blick ins Handbuch des ersten Spiels schafft gleich den Bezug zur von McGee erwähnten Anstalt (Asylum). Die letzten knapp zwanzig Seiten sind eine vergnügliche Lektüre darüber, wie Alice im Jahr 1864 in die Anstalt kommt, nachdem ein Brand im Elternhaus ihre Familie tötete. Es sind die auf American McGee’s Alice hinleitenden Geschehnisse, zeitlich angesiedelt nach Lewis Carrolls Roman “Alice hinter den Spiegeln“.

Sätze wie “Das Mädchen liegt stumm auf der Streckbank, den Kopf seltsam bandagiert, und dennoch scheint sie sich mit aller Kraft ans Leben zu klammern“ umreißen ihre Katatonie. McGee möchte offenbar diesen Zeitraum in seinem Ansatz behandeln.

In der Vergangenheit war er nicht verlegen darum, seine Hingezogenheit gegenüber der Reihe und potenziellen Nachfolgern ins Gespräch zu bringen, und warum auch nicht? Der erste Teil aus dem Jahr 2000 war McGees erstes eigenes Spiel und ein zu seiner Zeit klasse Action-Adventure – es gilt als seine größte Errungenschaft. Weder der Nachfolger Madness Returns noch andere Erzeugnisse aus dem Hause Spicy Horse, darunter Klangvolles wie Scrapland oder Bad Bay L.A., konnten hier anknüpfen.

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Damit sein irgendwie-aber-nicht-so-richtig-geschlossenes Studio es noch mal allen zeigen kann, braucht er eure Hilfe, wie er vorgestern in einem Folge-Posting bei Steam bekräftigt. Zusammen mit einigen Artworks ruft er nochmals dazu auf, über sein Vorhaben zu reden, es jeden wissen zu lassen, der es nicht hören möchte, und… im Wesentlichen Alice im Dialog zu halten.

Ein Vier-Punkte-Programm auf seinem Blog sieht eine Mailing-Liste vor, die am liebsten eure E-Mail-Adressen futtert, und eine Social-Media-Anbindung via Twitter, Facebook und so weiter. Ihr könnt die Vorproduktion sogar bei Patreon unterstützen, wie es Punkt drei vorschlägt, doch ihr werdet euch sicher hüten. Außerdem steht Merchandise zum Kauf bereit, wenn euch nach so etwas zumute ist. Alles für ein neues Alice-Abenteuer.

So sieht’s aus. Ob das Projekt zustande kommt, ist mehr als fraglich, aber schön zu sehen, dass McGees Herz nach so vielen Jahren und Rückschlägen weiterhin daran hängt.

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2 Kommentare

  1. Sadako sagt:

    Es ist schade, dass die Lizenzen zu dem Spiel bei einem Verein wie EA liegt. Die für meinen persönlichen Geschmack seit eh und je kaum noch etwas interessantes veröffentlicht haben. In meinen Augen ist EA wie die Wwe der Spieleindustrie. Wir graben die interessanten Namen vom Markt ab, einzig damit niemand sonst sie haben kann.

    der Trend den sie ja scheinbar auch verfolgen was die Monetarisierung angeht passt wohl auch weniger in ein Konzept von Alice… Aber naja, eigentlich kann man das überall reindrücken.

    Ich sehe da keine Hoffnung, habe die Mailingliste zwar abonniert, aber Geld gibt es im voraus nicht, da ich es auch gleich aus dem Fenster werfen kann. Schade eigentlich , aber schön zu sehen, wie wichtig die Marke Alice MC Gee selbst ist.

    • GrumpyElk sagt:

      Und auch unangenehm wie sie Alice: Madness Returns nachträglich eingegliedert haben. Wollt das Spiel mal wieder von Steam starten und das ging nicht! Ich musste einen nachträglich eingebauten Installationsvorgang von Origin zustimmen, damit das Produkt, das ich vor Jahren kaufte, wieder startete.

      Frei nach dem Motto „We are the Borg, you will be assimilated, resistance is futile“.

      Also wenn das die Strategie ist um mehr Kunden an sich zu binden, ist das ein Schuss in den Ofen.
      Ich finds anmassend, hinterfotzig, nervig und Origin ist eh schon wieder deinstalliert.

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