Nach 23 Jahren erscheint Chrono Trigger für den PC, allerdings…

Chrono Trigger PC

Dreiundzwanzig Jahre, was? Einige von euch, die das hier lesen, sind vermutlich jünger als diese Zeitspanne. Nun, ihr Jungspunde spitzt am besten die Ohren, denn ein aufrichtiger, altgedienter J-RPG-Klassiker erschien gerade bei Steam: Chrono Trigger. Mehr als zwei Jahrzehnte, nachdem es auf dem Super Nintendo debütierte.

Obwohl andere Spiele wie Squares eigenes I Am Setsuna versucht haben, diesen speziellen Funken erneut zu entzünden, gibt es nichts Vergleichbares mit dem Zeitreiseklassiker Chrono Trigger. Erstmals gelangt er in die Reichweite von PC-Spielern, ohne dass sie alte Konsolen emulieren müssten, wenn auch mit einigen Stolpersteinen und Zugeständnissen, wie es scheint.

Die gute Nachricht: Es sieht nach der größten und mit den meisten Features bestückten Version von Chrono Trigger aus. Darunter die Handvoll Anime-Zwischensequenzen aus der Playstation-Fassung und zwei optionale Dungeons der Nintendo-DS-Ausgabe, einer davon angesiedelt in der prähistorischen Periode und ein sich über sämtliche Zeitabschnitte erstreckender Dungeon-Crawl.

Die weniger gute Nachricht: Es scheint ein Port der Android-/iOS-Version zu sein, und das mit ein paar beunruhigenden Touchscreen-artigen Bedienelementen im Trailer. Weitere Narben scheinen von der Portierung herzurühren, unter anderem leicht überfilterte Texturen und – so man dem Trailer glauben darf – einige raue Kanten zwischen den Sprite-Ebenen. Nichts, was die Großartigkeit des Spiels untergraben würde, aber ich wünschte, alle Retro-Updates verfügten über eine Nearest-Neighbor-Filteroption.

Zuvor veröffentlichte Square bereits wackelige PC-Ports seiner RPGs, zum Beispiel Final Fantasy 6 und Romancing Saga 2. Beide hatten ihre eigenen Probleme zum Release. Während Ersteres zum Teil von Moddern gefixt wurde, erlangte Letzteres durch offizielle Patches einen besseren Zustand. Falls Chrono Trigger für PC von sonderbaren Hybrideingaben geplagt ist, würde ich mit baldigen Patch-Eingriffen rechnen, auch wenn es nicht verwunderte, bliebe das seltsame Sprite-Filtering in der momentanen Form bestehen. Die “größtenteils negativen“ User-Reviews bei Steam sprechen bisher eine eigene Sprache.

Lässt man die Portierungsprobleme beiseite, ist Chrono Trigger das perfekte Beispiel eines J-RPGs für Leute, die normalerweise wenig mit J-RPGs am Hut haben. Es gibt keine Zufallsbegegnungen, der Kampf ist schnell, aber taktisch befriedigend. Die Charakterriege ist ein liebenswerter Haufen, erstellt vom Dragon-Ball-Schöpfer Akira Toriyama, und es gibt eine Vielzahl möglicher Endsequenzen, je nachdem, wie ihr die Hauptgeschichte abschließt. Ein engmaschig gestaltetes kleines Ding, das weitaus besser alterte als die meisten seiner Zeitgenossen.

Es ist auch kein ausuferndes, unverständlich großes Abenteuer, da niemand mehr die Zeit hat für epische 70-Stunden-plus-Reisen (sagte er bei seiner Planung, heute Abend ein paar mehr Stunden in Final Fantasy 15 zu investieren). Während die Hauptgeschichte nach 20 bis 30 Stunden zu Ende geht, habt ihr für den bestmöglichen Ausgang noch ein paar Stunden zusätzlicher Quests vor euch, darunter einige der erinnerungswürdigsten Momente im ganzen Spiel.

Chrono Trigger ist für 15 Euro bei Steam zu haben.

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