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Cyanide bringt das Pen-&-Paper-RPG Paranoia auf den PC

So sehr ich die jüngste Schwemme großartiger PC-Rollenspiele genossen habe, sind die zugrunde liegenden Weltraumabenteuer- oder High-Fantasy-Tropen ein wenig ermüdend. Wie gut, dass Cyanide (bekannt für Brettspielumsetzungen wie Blood Bowl oder die Styx-Stealth-Serie) mit dem in Dublin ansässigen Studio Black Shamrock (Of Orcs and Men) an einer PC-Adaption der finsteren, komödiantischen Welt von Paranoia arbeitet.

Details sind rar gesät, aber mit Blick auf die Andersartigkeit gegenüber nahezu jedem anderen Tabletop-RPG frage ich mich, wie Cyanide und Co. die Marotten und Eigenarten des Settings anpacken werden.

Falls ihr Paranoia nicht kennt, habt ihr etwas verpasst, natürlich in der Annahme, dass ihr ein paar Freunde um den Tisch versammeln könntet. Es ist ein Pen-&-Paper-RPG für Leute, die lieber kurze, alberne und witzige Abenteuer ohne längerfristigen Überlebensansatz spielen möchten. Ihr schlüpft in die Rolle geklonter “Problemlöser“. Diese werden entsendet auf schwere Missionen von “The Computer“, dem KI-Obermacker von Alpha Complex, einer dystopisch versiegelten Stadt im Stil der Fallout-Vaults, nur deutlich größer.

Jeder Spieler hat Zugriff auf eine Reihe von Back-up-Klonen, Extraleben, wenn man sie so nennen möchte. Infolge dessen wird Selbstopferung (oder einfach immense Dummheit) belohnt, solange man rollenspielerisch den verwirrten Klon mimt, der sich bei seiner Ankunft wundert, warum sein vorheriger Körper quer über drei verschiedene Sektoren verteilt liegt. Das Spiel ermuntert dazu, die eigene Party zu untergraben, sie der Untreue gegenüber der Stadt zu beschuldigen und einen “Beweis“ zu finden, wieso ihr der Held des Tages seid und der Rest nur Verräter. Und all das, während ihr geheime Einsätze erfüllt.

Das bedeutet natürlich ein schwieriges Unterfangen beim Anpassen der Tabletop-Version für den PC. Das hier ist nicht Dungeons & Dragons, wo der Sieg gleichbedeutend ist mit dem Überwinden einer Reihe von Hindernissen und Kämpfen, bevor man seine Beute und Erfahrungspunkte zählt. Sieg in Paranoia steht für multiple Tode, dafür, Freunden in den Rücken zu fallen und selbst ein paar ironische Strafen zu kassieren.

Falls Cyanide und Black Shamrock all das übertragen können, wäre ich überglücklich, besonders mit Blick auf ihren etwas wankelmütigen Output in den letzten Jahren. Um Paranoia Genüge zu tun, müssen sie über den Tellerrand schauen. Mehr als in fast jedem anderen RPG-Setting (Call of Cthulhu inbegriffen) ist ein Spielerleben von minderem Wert und katastrophales, ausgelassenes Scheitern nicht nur ein zulässiges, sondern oftmals erwünschtes Ergebnis.

Die digitale Adaption ist noch so weit entfernt, dass wir kein angepeiltes Release-Fenster haben. Bis dahin könnt ihr euch die kürzlich via Kickstarter finanzierte Neuveröffentlichung des Tabletop-Spiels bei Mongoose Publishing anschauen.

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