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Monolith entfernt die Lootboxen aus Mittelerde: Schatten des Krieges

Monolith kündigte an, im Juli die Lootboxen aus Mittelerde: Schatten des Krieges zu streichen, acht Monate nach dem Launch. Die Entwickler kamen zu der Erkenntnis, dass sie das Spiel schädigen, sagen sie. Die “Kriegskisten“ enthalten zufällige Items, Ork-Sklaven sowie Kleinigkeiten und werden entweder gegen die virtuelle, spielinterne Währung oder eine mit Echtgeld bezahlbare Mikrotransaktionswährung angeboten. Monolith zufolge entgehen den Leuten, die dafür Geld locker machen, die Erfahrungen mit dem Nemesis-System – und selbst für Nichtkäufer ist allein das Vorhandensein der Lootkisten eine Ablenkung. Keine dieser Feststellungen kommt auch nur im Entferntesten überraschend.

Die Lootboxen, die Goldwährung zur Bezahlung und der Markt, auf dem die Transaktionen stattfinden, all das wird mit einem Update am 17. Juli deaktiviert, kündigte Monolith gestern an. Hier die Erklärung für diesen Schritt:

“Das Kernversprechen des Nemesis-Systems ist die Möglichkeit, Beziehungen mit persönlichen Verbündeten und Gegnern in einer dynamischen offenen Welt aufzubauen. Obwohl der Kauf von Orks auf dem Markt den Spielern zusätzliche Optionen verschafft, kamen wir zu der Einsicht, dass diese Ausweichmöglichkeit das Herzstück unseres Spiels untergräbt, das Nemesis-System. Damit verpasst ihr vielleicht die großartigen Spielergeschichten, die ihr anderweitig geschrieben hättet, und es gefährdet genau diese Geschichten, selbst wenn man nichts kauft. Das bloße Vorhandensein der Kaufoptionen schwächt die Immersion in der Spielwelt und schmälert die Herausforderung, eine persönliche Armee mitsamt Festungen auszubauen.“

Sie erlangten also die Erkenntnis, dass Lootboxen das Spiel schlechter machen, und zwar nicht nur für Leute, die nichts kaufen, sondern auch für jene, die es tun. Umwerfend. Jeder Vollpreiskäufer bekam ein mit glasklar erkennbarem Unsinn versetztes Spiel, aber erst jetzt erkennen die Entwickler den Unsinn und bemühen sich um Besserung.

Weiterhin sagt Monolith, dass sie das finale Kapitel überarbeiten möchten. Es ist eine ermüdende Abfolge der Verteidigung und Abschirmung gegen zehn Angriffe aus Saurons Reihen, für die man eine Menge kräftiger Orks und anständige Ausrüstung braucht. Lootboxen sind dafür nicht wirklich erforderlich, da man im reinen Spielverlauf genug davon in die Finger bekommt.

“Dieser Spielabschnitt wird mit neuen erzählerischen Elementen verbessert und zugunsten eines stärker geschlossenen Erlebnisses gestrafft“, erklärt Monolith. “Für Spieler, die mit diesen fortlaufenden Verteidigungsmissionen weitermachen möchten, steht nach wie vor das im letzten November veröffentlichte Schattenkriege-Update zur Verfügung.“ Viele Leute waren von den Schattenkriegen noch vor dem Kapitelende gelangweilt, also ja, Straffung klingt gut. Besser spät als nie.

Die weitere Update-Planung ist bereits im Gange, darunter “Aktualisierungen am Nemesis-System, neue Spieler-Skins, Skill-Baum-Ergänzungen und Upgrades des Ausrüstungs- und Progressionssystems“.

Das ist bescheuert. Mit Sicherheit wussten viele Leute bei Monolith, dass Lootboxen ein unliebsamer Einfall sind. Aber Post-Launch-Kaufoptionen erfreuen sich unter Publishern einer enormen Beliebtheit. Sie fühlen sich wohler mit dem Risiko, riesige Geldsummen in schick aussehende Singleplayer-Spiele zu investieren (und veröffentlichen weiterhin Updates nach dem Release), doch ich wäre überrascht, hätte Monolith in der Angelegenheit viel zu melden. Große Videospiele befinden sich in einer nicht auszuhaltenden Schieflage.

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