Radical Heights holpert sich mit all seinen Problemen an den Start

Es waren aufregende 24 Stunden für Radical Heights, den neuen Free-to-play-Battle-Royale-Shooter des Lawbreakers-Studios Boss Key Productions. Binnen eines Tages wurde das Spiel angekündigt, mit einem Trailer versehen und in den Early-Access geschubst, aber nicht ohne eine kurzlebige Pay-to-win-Kontroverse. Angesichts vieler Spieler, die eher in der Lobby und dort in einem Knäuel aus Gliedmaßen stecken blieben, als in ein Match zu gelangen, war es außerdem nicht gerade der reibungsloseste Launch aller Zeiten.

Boss Key sorgte bereits für eine Kontroverse, bevor Radical Heights erschienen war, und zwar mit der Ankündigung eines lebenslangen zehnprozentigen Cash-Boosts für Founder’s-Pack-Käufer. Abgesehen vom Stil einer Achtzigerjahreshow besteht der größte Twist des Spiels darin, dass ihr einen Teil eures Preisgeldes aus jeder Runde – egal ob Sieg oder Niederlage – in spätere Matches auslagern und euch damit an Verkaufsautomaten eine Starthilfe sichern könnt. Man muss kein Genie sein für die Erkenntnis, dass es eine fragliche Entscheidung wäre, würde man einer kleinen Spielergruppe diesen permanenten Vorteil verschaffen. Glücklicherweise überdachte Boss Key diesen Schritt noch einmal und bietet den Founder’s-Pack-Käufern stattdessen zusätzliche “Rad Gems“ an, eine Premiumwährung zum Kauf rein kosmetischer Items.

Bisher gelang mir die Teilnahme an eineinhalb Matches. Das erste war eine soloartige Runde ohne wirkliche technische Probleme, doch mein Abenteuer endete nach etwa zehn Sekunden durch den Kopfschuss eines ungesehenen Angreifers. Irgendwie schaffte ich es dennoch, 71 Dollar zu verdienen. Mein zweites Match verlief weniger erfolgreich, wie ihr anhand des obigen Screenshots erkennt. Es startete normal, aber transportierte die Spieler nicht auf die Map, sondern ließ sie in der Lobby und Wingsuit-artigen Posen übereinander spawnen.

Irgendwann löste sich das Knäuel aus Gliedmaßen und die Spieler begannen mit der Suche nach Waffen. Einige fanden welche. Andere schlugen mit bloßer Hand auf ihre Mitspieler ein. Mit einem Trampolin schaffte ich es auf einen höhergelegenen Sims, wo ich in der Ecke des obersten Stockwerks lag und lachend auf den Tod wartete. So weit, so gut. Nachfolgende Versuche, in ein Match zu springen, resultierten in endlosen Ladebildschirmen.

Obwohl es reine Mutmaßung ist, bin ich etwas besorgt über die finanzielle Stabilität des Studios. Es ist kein Geheimnis, dass Lawbreakers rigoros scheiterte, was nur wenige Studios verkraften können. Und Boss Key war seitdem um Bekräftigung bemüht, dass Radical Heights ein komplett eigenfinanziertes Projekt ist – anders als ihr letztes, von Nexon unterstütztes Spiel. Kurzum: Boss Key schultert damit sämtliche finanziellen Risiken. Es ist ein gefährlicher Schachzug für das vom ehemaligen Epic-Designer Cliff “Don’t Call Me Cliffy B“ Bleszinski gegründete Studio und einer, der sich hoffentlich auszahlt. Das Spiel könnte eine Weile brauchen, um eine stabile Basis zu finden.

Wer glaubt, mehr Glück zu haben, oder einfach neugierig ist, kann sich Radical Heights kostenlos bei Steam anschauen. Es ist ein relativ schmaler 2,2-GB-Download, auch wenn es dekomprimiert die doppelte Datenmenge ergibt. Abgesehen von technischen Problemen sollte man erwähnen, dass derzeit nur männliche Avatare verfügbar sind.

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