EA-Führungskraft versichert, man werde die Lootbox-Fehler kein zweites Mal begehen

Jahre des wachsenden Unmuts wegen Lootbox-Monetarisierung in Spielen gipfelten 2017 im lausigen Freischaltsystem von Star Wars Battlefront 2. Der Skandal um das Spiel geriet dermaßen aufsehenerregend, dass EA kurz nach dem Launch die Miktrotransaktionen deaktivierte.

“Wir könnten zurückweichen und so tun, als wäre das nie passiert“, sagte EAs neuer Chief-Design-Officer Patrick Söderlund gegenüber The Verge, “oder wir können verantwortungsbewusst handeln, Fehler eingestehen, sie bereinigen und aus ihnen lernen.“ Er schwört Stein und Bein darauf, dass sich EA für Option B entschieden hat und kommende Titel wie Anthem oder das geheimnisvolle neue Battlefield nicht derart vermurksen möchte.

“Wir verfolgten die Absicht, dass mehr Leute das Spiel über einen längeren Zeitraum spielen“, kommentiert er die Entscheidung, Lootboxen zu implementieren. “Und wie viele andere Spiele auf dem Markt hatten wir die Vorstellung, damit Einnahmen zu erzielen. Aber gleichzeitig haben wir es auch falsch gemacht.“

Und wie sie das haben. Das an Lootboxen gekoppelte Fortschrittssystem in Battlefront 2 war ein Grind mit optionalen Mikrotransaktionen zum Überspringen der Routineaufgaben. So gern man hörte, dass EA keinen 50-Euro-DLC auf den Weg bringen und stattdessen neue Maps und Modi kostenlos veröffentlichen wollte, war es ein miserabler Ansatz zur Finanzierung zusätzlicher Inhalte nach dem Launch.

“Als Unternehmen haben wir wichtige Schritte zum Verständnis der Funktionsweise von Monetarisierung, Lootboxen und anderen Dingen in unseren Spielen unternommen, bevor diese erscheinen“, sagt Söderlund. “Was die kommenden Titel angeht, etwa Battlefield oder Anthem, haben die Spieler unmissverständlich geäußert, dass wir es uns nicht leisten können, ähnliche Fehler noch einmal zu begehen. Und das werden wir nicht.“

In Sachen Battlefront 2 habe sich der Richtungswechsel ausgezahlt, erklärt Söderlund und merkt an, dass “die Spieler zurückkehren“. Im März veröffentlichte EA ein neues Progressionssystem, entfernte Lootbox-basierten Fortschritt und ein wenig des Grinds. Es nervt immer noch, in einem Multiplayer-Spiel irgendwas freischalten zu müssen, doch inzwischen ist es etwas erträglicher. Die Mikrotransaktionen kommen in dieser Woche zurück, allerdings nur zum Kauf von Skins – was weitaus angenehmer ist.

EA muss den Versprechen auch Taten folgen lassen. Die nachträglichen Eingeständnisse sind gut und schön, aber irgendwas innerhalb des Unternehmens muss ernsthaft kaputt sein, dass sie diesen Schritt jemals für eine gute Idee hielten. So sprunghaft Spielentwicklung mit derlei hohen Budgets sein mag, war das trotzdem eine törichte Lösung.

“Uns ist klar, dass die Spieler das Unternehmen anders sehen als wir“, sagt Söderlund. “In dieser Lage und als Mitglied der Führungsebene, als der Kerl, der sämtliche Studios leitet, muss ich das ernst nehmen. Und wir müssen weiterhin ergründen und verstehen, was der Auslöser ist. Wir müssen achtsam sein, was wir tun.“

“Wir müssen Schritte unternehmen und den Leuten beweisen, dass wir es ernst damit meinen, die bestmöglichen Produkte zu entwickeln. Dass wir es ernst damit meinen, die Spieler fair zu behandeln. Dass wir da sind, um die bestmögliche Unterhaltung zu schaffen. Und in den Fällen, wo wir es vergeigen, müssen wir nur zuhören, daraus lernen und besser sein.“

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