Gary Gygax‘ “persönliche Rollenspielkampagne“ soll als Videospiel erscheinen, nur der Entwickler fehlt noch

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Die meisten Leute mit einem Rollenspielbezug dürften den Namen Gary Gygax in erster Linie als Miterfinder des Pen-&-Paper-RPGs Dungeons & Dragons einordnen. Er verstarb 2008, aber seine Schublade mit nicht veröffentlichtem Material ist offenbar recht tief. Seinem jüngsten Sohn Alex Gygax hat es besonders der “persönliche Dungeon“ bzw. die “persönliche Kampagne“ seines Vaters angetan, an der dieser viele Jahre vor seinem Tod arbeitete. Jetzt plant Sohnemann unter dem Banner von Gygax Games eine Videospielumsetzung in Partnerschaft mit der Crowdfunding-Seite Fig. Nur ein Entwickler, der alles angemessen umzusetzen in der Lage ist, der fehlt bisher.

Die Informationen stammen aus einem bei Gamesindustry.biz veröffentlichten Interview mit Alex Gygax. Ganz oben auf der Tagesordnung, heißt es darin, stehe das Ausfindigmachen eines Entwicklers, der “die Ziele seines Vaters teilt und eine erwiesene Fähigkeit zum Geschichtenerzählen hat“. Alex bezeichnet die Kampagne seines Vaters als “ursprüngliches Verlies für Dungeons & Dragons“.

“Es begann mit einem Turm in einer Stadt, entwickelte sich von einem zehnstöckigen Dungeon zu einem mit noch mehr Ebenen, bis runter in die Tiefen der Hölle.“ Selbst zwanzig, dreißig Jahre, nachdem Gary Gygax mit der Arbeit an dem Dungeon begann, nahm er Änderungen daran vor, erklärt Alex. “Es war sein Werkzeug, das Spiel besser zu machen.“

Über die eigentlichen Spielsysteme sagt er, es gebe “ein paar, die sich gut auf den Computer übertragen lassen […]. Sobald wir uns für einen Entwickler entschieden haben und mit ihm zusammenarbeiten, werden sich die Dinge nach und nach schon fügen, denke ich“. Was ein wenig blauäugig klingt, um ehrlich zu sein, besonders wenn der Ideengeber keine oder nur unzureichende Ahnung von Videospielentwicklung hat. Aber warten es wir ab.

Ein Grund, wieso die Gygax-Familie Fig für die Kooperation wählte, ist nicht nur die Expertise als Publishing-Partner, sondern auch die kreative Kontrolle, die ihr damit bleibt. Fig-Gründer Justin Bailey bekräftigt, dass “alle Entwickler, mit denen wir geredet haben, eine Beteiligung des Gygax-Nachlasses“ bei diesem Prozess wünschen. “Das ist es, was sie anspricht: Garys Andenken und seiner Arbeit Genüge zu tun.“

Alex spricht weiter von einem offenen Vorgang der Kollaboration, bei dem jeder Beteiligte seine Ideen einbringen kann. Fehlt nur noch der Entwickler. Es wirkt fast so, als wäre diese Ankündigung als eine Art Ausschreibung erfolgt. Schauen wir mal, wer am Ende den Zuschlag bekommt (falls überhaupt) und wie es mit dem Projekt in Zukunft weitergeht.

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