Murderous Pursuits ist da, inklusive übermächtiger Leuchtbombe

Murderous Pursuits Release

Man könnte sagen, Murderous Pursuits verleitet euch zu der Annahme, es sei keine Bedrohung, bevor es seine KI-Verkleidung abstreift und euch mit einem Säbel in den Bauch sticht. Es wäre noch akkurater, würde man es als Multiplayer-Attentatsspiel über das Jagen und Gejagtwerden von den Ship-Remasted-Entwicklern bezeichnen. Außerdem ist es gestern erschienen.

Ihr habt bereits gehört, dass das Spiel gut ist. Sogar zweimal. Seitdem konnte ich am vergangenen Wochenende ein paar Runden in der offenen Beta einlegen. Obwohl ich mich nach wie vor auf weitere Morde freue, muss ich in einer Hinsicht etwas zurückrudern. Keine der Fähigkeiten, sagte ich, fühle sich übermächtig an, wie es in Assassin’s Creeds (sehr ähnlichem) Mehrspielermodus geschah. Das war meine Auffassung, bevor ich ein Wochenende lang meinen Bildschirm anschrie, wann immer mir jemand eine Leuchtbombe verpasste.

Es wirkt ein wenig gemein, eine Fähigkeit aus einem anderweitig exzellenten Spiel herauszupicken, aber ich tue es trotzdem, da die Auswirkungen unverhältnismäßig groß sind.

Ich liebe Murderous Pursuits, da es sich komplett um sorgfältiges Beobachten und Reagieren auf eure Gegner dreht. Ihr müsst gleichermaßen ihre Identitäten und Vorgehensweisen erraten, während ihr mit eurem Verhalten wiederum ihre Pläne beeinflusst. Vielleicht steht ihr in einem gefüllten Raum, ohne zu wissen, wer euer Jäger ist, sondern nur, dass er sich ganz in der Nähe aufhält. Vielleicht lauft ihr durch eine Tür, um ihn herauszulocken, in dem Wissen, dass er folgen wird und euch eine Chance zum Zuschlagen verschafft, bevor er die Möglichkeit nutzt.

Oder vielleicht wirft er eine Leuchtbombe in genau der Sekunde, in der er euch als seine Beute identifiziert hat – was das raffinierte Vorgehen schnell durchkreuzt, da er euch so nicht nur einfach erledigen kann, sondern auch Extrapunkte einstreicht. Extrapunkte! Dafür, weniger statt mehr Arbeit zu verrichten. Klar, der Cooldown ist angemessen lang, aber eine Person erlangt damit die volle Kontrolle über eine Situation – und sogar Belohnungen -, und das geht mir gegen den Strich.

Allerdings gilt das nicht für die anderen Spielelemente. Jenseits einer zum Herumschreien ermunternden Leuchtgranate sehe ich die Vermählung entzückender Albernheiten mit gerissenen Taktiken, die es nicht verdient hat, das Schicksal anderer Multiplayer-exklusiver Indie-Spiele zu teilen. Über den Langzeitreiz lässt sich noch nichts sagen, wohl aber darüber, dass ich gleich wieder eine Runde einlegen werde.

Murderous Pursuits ist für 20 Euro bei Steam erhältlich.

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