In Roulette Knight trifft RPG auf russisches Roulette

Der sprudelnde Quell neuer kostenloser Spiele, bekannt als Ludum Dare, hat wieder einen kleinen Schatz ausgespuckt. Hebt ihn auf, wischt ihn sauber, es ist Roulette Knight, ein RPG, in dem man Runde um Runde russisches Roulette spielt. Keine Reise von einem Ende des Königreichs zum anderen, kein böser Herrscher zum Bezwingen – das ist Beschäftigung für Knappen. Hier sitzt ihr lediglich in einem Raum, schiebt Kugeln in einen Revolver und drückt den Abzug für Geldbelohnungen und Erfahrungspunkte. Es ist von kurzem Umfang, albern und macht euch stresstrunken.

Die Tödlichkeit einer Kugel ist allerdings ein wenig abgeschwächt und es erfordert zwei glücklose Runden in Folge, um den zähen Burschen zu erschießen. Jedenfalls zunächst. Der RPG-Anteil wird kurz darauf deutlich. Habt ihr ein paar leere Kammern nacheinander im Revolver und hört beim Abdrücken nur ein Klicken, levelt ihr. Mit dem verdienten Geld kauft ihr heilende Gegenstände oder schützende Kopfbedeckungen (und je mehr Kugeln in der Waffe stecken, desto höher die Belohnung). Außerdem erklimmt ihr einen Fertigkeitenbaum und könnt den Ritter etwa mit Rüstung stärken oder der Chance, dass ein gescheiterter Schuss eure Lebensenergie regeneriert. Andere Skills umfassen die Chance auf einen Fehlschlag oder einen Bonus, der eure Gewinne beim nächsten Schuss verdoppelt.

Die Shop-Items rotieren ebenfalls. Größere Kanonen mit mehr Kammern werden verfügbar oder ihr entdeckt einen Heiligen Gral, der alle Arten von Stats erhöht. Außerdem erfasst eine Karte euren Fortschritt und fordert euch heraus, den Schaden jeder Kugel zu erhöhen oder weitere Kammern hinzuzufügen. Je größer euer Revolver wird, desto höher auch das Minimum an Kugeln, die ihr hineinschieben müsst.

Das Spiel stammt vom FourQuarters Team und aus dem 41. Ludum-Dare-Game-Jam, abgehalten unter dem Thema “Kombiniere zwei miteinander nicht kompatible Genres“ (was uns zum Beispiel auch Soccer Battle Royale brachte). Doch ich schätze, überall lassen sich eine funktionierende Glücksspielmechanik oder ein Fertigkeitenbaum unterbringen. Die Entwickler haben versucht, die dem Thema innewohnende Düsterheit zu meiden: mit dem Game-over-Bild einer Krankenschwester, die euren Kopf versorgt, als wären zwei durch die Birne gejagte Kugeln so hinderlich wie ein aufgeschürftes Knie. Aber das nimmt nicht den Druck von den wichtigen Momenten, in denen euch der nächste Schuss ein neues Goodie aus den Shop oder den sofortigen Tod einbringen kann.

Das Spiel steht hier kostenlos zur Verfügung.

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