Der Overwatch-ähnliche Free-to-play-Shooter Paladins geht an den Start

Es ist fast unfair, den Free-to-play-Helden-Shooter Paladins als Overwatch-Klon zu bezeichnen, doch dann blicke ich Screenshots wie den obigen an, oder einen anderen mit einem massiven Charakter und seinem Kettenhakenangriff und… ja, recht offensichtlich schwimmt Paladins auf Blizzards Erfolgswelle mit. Aber es ist auch ein spaßiges Spiel, gutaussehend und ohne weitere Kosten, möchte man einfach nur spielen. Schon seit einiger Zeit tummelt es sich unter den zehn meistgespielten Titeln bei Steam und hat gestern offiziell die Early-Access-Phase verlassen.

Um fair zu sein: Es hat sich seit dem ursprünglichen Early-Access-Debüt massiv weiterentwickelt. Waren die Overwatch-Anlehnungen zum Launch deutlich offensichtlicher, liefert die rapide wachsende Charakterauswahl (35, als ich zuletzt nachschaute) ein paar Konzepte, die Blizzard erst noch aufgreifen muss, wenngleich mit einem gelegentlichen Wink in Richtung Team Fortress 2 und Dota. Paladins enthält auch ein Skill-Kartensystem, mit dem ihr jedem Charakter einen bestimmten Dreh verpassen und ihn auf die gewünschte Rolle angleichen könnt.

Paladins ist ziemlich wohlauf, wenn man sie die Zahlen bei Steamcharts so anschaut (inoffizielle Seite, aber auf Grundlage von Steams akkuraten Player-Count-Statistiken). Obwohl es keine megalithische E-Sports-Naturgewalt wie PUBG oder Dota ist, herrscht nie ein Spielermangel vor, und das ist wirklich das Wichtigste bei der Gesunderhaltung eines kompetitiven Multiplayer-Spiels. Entwickler Hi-Rez ist ganz offensichtlich stolz auf den Werdegang, zumal sie ein Video veröffentlichten, das jeden erreichten Meilenstein des Spiels feiert.

Die Eintrittshürde bei Paladins liegt niedriger als bei Overwatch (da es free-to-play ist, mit der Möglichkeit, Charaktere mit der In-Game-Währung zu erwerben), aber Hi-Rez ist so umsichtig, eine traditionelle Version zum einmaligen Kauf anzubieten – enthalten sind alle derzeitigen und kommenden Charaktere. Bei kompetitiven Free-to-play-Spielen wird so etwas immer geläufiger, auch wenn Hi-Rez daraus in den vergangenen Jahren einen Standard definierte. Ähnliche Bundles existieren etwa für Tribes: Ascend (inzwischen in seiner Spätphase angekommen) und das Third-Person-MOBA Smite. Ich würde gern weitere Free-to-play-Spiele sehen, die solche Konzepte nutzen.

Paladins ist bei Steam erhältlich und das Hauptspiel kostenlos spielbar. Das “Champion-Pack“ für 30 Euro ist vielleicht das Beste, wenn ihr das Spiel ohnehin kaufen und eure hart verdiente In-Game-Währung bis in alle Ewigkeit für kosmetischen Firlefanz und alternative Karten-Loadouts ausgeben wollt.

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