Voyageur lädt zur Einwegreise ins Herz der Galaxie

Das minimalistische, handlungsgetriebene Space-Erkundungsspiel Voyageur hat eines dieser wunderbaren, so selten in Spielen aufgegriffenen Sci-Fi-Konzepte: Was, wenn Reisen in Überlichtgeschwindigkeit möglich wären, aber nur in eine Richtung? Nach der Entdeckung einer “Descent Device“ genannten Alien-Technologie sind die Menschen imstande, das Universum während einer einzigen Lebensspanne zu erkunden, doch es ist immer ein einseitig gerichteter Trip zum galaktischen Kern. Das vor einigen Monaten für iOS und Android erschienene Spiel hat inzwischen den Sprung auf den PC geschafft.

Voyageur war ursprünglich so gestaltet, dass all diese inhaltliche Weitläufigkeit bequem auf einem Smartphone-Bildschirm Platz findet – kurze Abenteuer, sich mit euren Entscheidungen verzweigende Geschichte und einfaches Interface zum Handeln. Die PC-Version hat ein paar interessante Überarbeitungen. Statt das eigentliche Spielgeschehen zu erweitern, entschied sich Entwickler Bruno Dias für eine Ausweitung der Hintergrundkarte zum Auffüllen des unbenutzten Raumes. Ob beabsichtigt oder nicht: Daraus entsteht ein stärkeres Verständnis für die galaktischen Ausmaße und dafür, dass man auf einer langen Reise weg von einem Zuhause ist, zu dem man nie wieder zurückkehren kann.

Beim Durchqueren des Universums entdeckt ihr Zivilisationen und Kolonien, die von menschlichen Reisenden vor euch gegründet wurden. Oder andere Voyageurs, wie ihr einer seid, die sich im unerforschten Teil des Weltraums niederließen und ihre eigenen Welten formten. Das Universum an sich ist prozedural generiert, damit kein Durchgang dem nächsten gleicht, aber die verschiedenen Story-Vignetten und rekrutierbaren Charaktere sind natürlich von Hand geschrieben. Der Kein-Zurück-Ansatz verleiht dem Spiel einen nachdenklicheren, philosophischeren Unterton, als ihn die meisten anderen Titel über die Erkundung des Weltraums haben.

Der Gedanke des Abwärtstaumelns, des Entdeckens ganzer Reiche, während man fällt, ist ein verlockendes Konzept und eines, das ich gern ausprobieren würde. Wollt ihr das auch, ist Voyageur für Linux, Mac und Windows für fünf Dollar (oder acht Dollar für das Spiel plus Soundtrack) erhältlich. Ihr findet es hier bei Itch.

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