Rekkr ist eine reizende Wikinger-Mod fürs erste Doom

Geht es um Mods für alte Spiele, ist es immer interessant zu sehen, wie weit ihre Struktur mit modernen Engines dehnbar ist, aber in diesen Schinken liegt auch eine Art Altersweisheit. Die Wikinger-Mod Rekkr für das erste Doom findet einen reizenden Old-School-Ansatz und damit zurück auf aktuelle Systeme. In seiner authentischen Retro-Bauweise (die Mod ist sogar mit der DOS-Version kompatibel, falls das euer Wunsch ist) bleibt kein Platz für eine vertikale Zielfunktion, Kriechen oder Springen, nur für mehr als 25 Level voller techno-magischer Wikingergewalt, neuer Gegner, Waffen und Grafiken.

Rekkr ist eine ebenso eigenartige wie nostalgische Erfahrung. Selbst die Webseite wirkt wie aus einer Ära gefallen, die schnell aus dem Internetgedächtnis verschwand. Obwohl ich es mit der GZDoom-Engine wegen der etwas besseren Grafik, Widescreen-Unterstützung und höherer Framerates spielte, sollte es auch auf einem 486er laufen – möglicherweise sogar mit weniger, falls euch ein Spielfenster in Briefmarkengröße nichts ausmacht. Es sieht aus, klingt und spielt sich wie ein lange verlorenes Doom-Derivat, vielleicht ein sonderbares, nicht lizenziertes Spin-off. Ein Pitch, aus dem nie mehr wurde, ähnlich wie Hacx, aber fertiggestellt und von Anfang bis Ende spielbar.

Rekkr ist ein klar erkennbares Herzensprojekt. Eine Menge Aufwand floss in dieses schmuddelige, spröde Neunziger-Feeling, trotz des neuen, pseudo-nordischen Steampunk-Spins, der über allem liegt. In erster Linie ist es das Werk des Modders Ravae, ausgestattet mit Gast-Maps von einigen der hellsten Köpfe der Modding-Szene. Es ist selbst im Multiplayer-Modus komplett spielbar und viele Karten haben besondere Arenazonen extra fürs Deathmatch, womit es dem Originalspiel einen Schritt voraus ist.

Zum Spielen braucht ihr die Mod an sich, Doom in der Originalversion (verfügbar bei Steam oder GOG), und obwohl ihr es altmodisch auf einem Retro-PC laufen lassen oder via DOS-Box emulieren könntet, empfiehlt sich der Einfachheit halber die GZDoom-Engine. Auflösungen mit 320 x 200 Pixeln sind für die alten Augen ein wenig grob geworden.

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