Nach Kryptomining-Anschuldigungen entfernt Valve Abstractism aus dem Verkauf

Vielleicht überdenkt Valve seinen Alles-ist-erlaubt-Ansatz bei Steam besser noch einmal, nachdem Abstractism – ein offenbar seit dem 15. März im Store zu findendes Spiel – erst haufenweise schlechte Presse erntete und danach aus dem Verkauf verschwand. Wie Youtuber SidAlpha im Video unterhalb berichtet, identifizierten viele Virenscanner das Spiel als gefährlich; außerdem verschlang es weitaus mehr CPU- und GPU-Power als vorgesehen, was auf potenzielles Kryptomining hindeutet. Darüber hinaus erzeugte es definitiv fragwürdige Steam-Marktplatz-Items, einige davon höchstwahrscheinlich zu Betrugszwecken.

Das von Okalo Union entwickelte und von dead.team (deren Logo, klar, eine Guy-Fawkes-Maske ist) veröffentlichte Abstractism war oberflächlich angelegt als minimalistischer Platformer, der ausuferndes Spielen mit Items belohnte. Im Tausch gegen Steam-Store-Währung konnte man diese auf dem Steam-Marktplatz anbieten und einige davon waren recht beunruhigend. Eines im Speziellen war so gestaltet, dass es – durch die Nutzeroberfläche des Steam-Marktplatzes betrachtet – exakt wie ein begehrter und seltener Raketenwerfer aus Team Fortress 2 aussieht. Der einzige Hinweis darauf, dass es nicht die gesuchte Waffe ist, steckte in der Angabe, aus welchem Spiel die Waffe stammt. Ein einfach zu übersehenes Detail, wie eine Person im Video unterhalb herausfand, als sie den falschen statt des beabsichtigen Gegenstands kaufte.

Dieser spezielle Vorfall brachte die Lawine ins Rollen und schon bald stellten die Leute haufenweise Untersuchungen über Abstractism an. Anscheinend änderte Okalo Union die Grafiken und Beschreibung dieses Items zu etwas Harmloserem, nachdem die Geschichte Fahrt aufnahm. Kurz darauf beschäftigten sich die Leute mit der möglichen Beschaffenheit des Spiels als Virus oder versteckter Kryptominer. Angesichts der sich verdichtenden Hinweise veröffentlichte Okalo Union das folgende verblüffende Statement bei Steam:

“Bitcoin ist veraltet. Derzeit nutzen wir Abstractism ausschließlich zum Fördern von Monero-Coins.“

“Abstractism fördert keinerlei Kryptowährung. Vielleicht spielt ihr auf hohen Grafikeinstellungen.“

Wie PC Gamer berichtet, wurde der Monero-Kommentar später als Witz eingestuft. Abstractism ist inzwischen auf dem Verkauf verschwunden. Einem Valve-Vertreter zufolge (via PCGamesN) hat das Unternehmen “Abstractism entfernt und seinen Entwickler bei Steam gesperrt – wegen Auslieferung unerlaubten Codes, Trollings mit Inhalten und Kundentäuschung mit irreführenden In-Game-Items“, was den Anschuldigungen mehr Gewicht verleiht. Derzeit ist nicht geklärt, wie lange der “unerlaubte Code“ in Betrieb war. Doch selbst, wenn die Aktivierung erst vor Kurzem erfolgte, sind das immer noch ein paar unbequeme Fragen, denen sich Valve stellen muss.

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