Nach elf Jahren erscheint Okami für den PC – hier eine Erinnerung, wieso das großartig ist

okami HD

Okami und Zelda verbindet nicht nur die einander entlehnte Spielstruktur mit Rätseln, Kämpfen, Erkundung, Tempeln und Bosskämpfen. Sie gehen spezifischer mit einem Gefühl von Abenteuer und Weite einher, besonders auf der Oberwelt. Noch genauer sind es Zelda: The Wind Waker und Okamis Shinshu-Feld, die in meinen Erinnerungen ein draufgängerisches Fernweh umgibt. Auch und vor allem wegen der Musik. Das eine hat dieses Thema, das andere jenes, und obwohl Okami den Ozean und seine Freiheit nur anschneidet, statt ihn zu feiern, sind Wehmut und Reiselust in beiden Spielen ein Taktgeber.

Okami zeigte sich zu seinem Erscheinen für die PS2 im Jahre 2006 trickreicher darin, die prototypische Action-Adventure-Formel in eine urjapanische Geschichte über Gut gegen Böse einzuspannen. Read the rest of this entry »

Assassin’s Creed Origins ist Urlaub, Hippo-Mord, Level-up und Arbeit in sonniger Abfolge

ACO oben

Steht der Begriff Videospieltourismus dafür, wonach er klingt – Gaffen und Fotos machen -, hat ihn Ubisoft mit Assassin’s Creed Origins nahezu perfektioniert. Jedenfalls oberflächlich mit Blick auf ferne Länder, die man nicht mal eben physisch bereisen kann, besonders nicht vor unserer Zeitrechnung wie dieses Ägypten hier. Keine Ahnung, woher das Wort ursprünglich kommt, aber ich schätze, es wurde in den vergangenen Jahren häufig verknüpft mit den Welten der Multi-Millionen-Maschinerie eines längst über Montreal hinausgewachsenen Studioverbunds. Ein bisschen war das mit Assassin’s Creed schon seit Beginn so: Hunderte Leute verschlingende Produktionen mit eindrucksvoll errichteten Weltbildern, tollen Schauwerten in der ersten Reihe und dem Rest dahinter. Ich habe die ersten beiden Teile gern durchgespielt und die anderen mit abebbendem Interesse verfolgt, wobei mich eins immer faszinierte: die Dichte. Read the rest of this entry »

Devolvers Shooter High Hell verweigert sich fast allem – und ist genau deswegen ein Riesenspaß

high hell 2

Nur “Old-School-Shooter” würde High Hell nicht gerecht, es ist Verweigerung. Vor modernem Overkill an Spielfunktionen und davor, gern ein Film sein und überall mitmachen zu wollen. Das und schlicht jemand, der seinen eigenen unverdünnten Shooter entwickeln wollte und die gegebenen Mittel bestmöglich nutzte. Wobei, Bombast will es vielleicht, nur eben in einer Art, wie sie ein Kaffee-Junkie nach zwölf Tassen Dröhnung zu schätzen weiß. High Hell schert sich nicht um KI, Gegnerverhalten, Gestaltung, Geschichte, Inszenierung, Pacing oder Extrawaffen. Es hat keine Stealth-Kills, kein Nachladen, keine Speicherpunkte und Autoheilwirkung. Read the rest of this entry »

Injustice 2 prügelt sich in diesem Herbst auf den PC, Open-Beta kurzfristig verschoben

injustice 2

Update 25.10.: Sieht so aus, als verzögere sich die Open-Beta noch ein wenig. Wie Warner über den offiziellen Twitter-Kanal mitteilt, startet sie “NICHT heute”. Weitere Informationen sollen folgen (klar, was auch sonst?).

Injustice 2 [offizielle Seite] ist ein Beat-’em-up mit DC-Superhelden und -schurken, von dem gar nicht mal wenige Leute sagen, es hätte eine “tolle Geschichte”. Was auch immer das bedeuten mag. Ich habe keine Ahnung, ob das stimmt, ihr hoffentlich, und wenn die Unwissenheit am Fehlen einer PC-Version lag – ändert sich bald alles. Warner kündigte eben Injustice 2 für den PC an. Read the rest of this entry »

The Evil Within 2 ist ein gemütlich-zerstörerisches Spiel und eine klasse Fortsetzung

Mein Stand in The Evil Within 2 vor drei Tagen: über sieben Stunden drin und im vierten von 17 Kapiteln. Das lässt sich in Sachen Spielzeit nicht einfach hochrechnen, spricht aber für ein gemütliches Spiel. Es ist die vielleicht verstörendste Erkenntnis über ein auf viele Arten verstörendes und in der Abfolge absurder Geschehnisse selten ruhendes Spiel, soweit eine Stadt voller Leichenberge empfundene Gemütlichkeit für euch zulässt. Ihr seht das brennende Gesicht eurer Spieltochter, als wäre es der Nazi am Ende von Indiana Jones. Ihr seht, wie eine Geisterfrau aus einer Jukebox krabbelt und ein Kerl mit Erbrochenem gemästet wird. Alles schön und wurscht. Mein Evil Within 2 ist trotzdem dem langsamen Tempo verpflichtet (derzeit Kapitel 9). Read the rest of this entry »

Und, was kann Elex so? Schauen wir mal

Elex beginnt damit, jemandem aus der Wildnis in die Zivilisation hinterherzurennen. Irgendwie so eine Sache in den Spielen von Piranha Bytes, was? Nehmen wir die Gothics: Der alte Jäger/Bauer/Söldner lungert immer irgendwo herum und hat sein Geschäft im Unterholz zu verrichten, wofür er schlagkräftige Unterstützung für angemessen hält. Und nun schon wieder die vorneweg rennende Starthilfe auf zwei Beinen, die sich umdreht und artig stehen bleibt, fällt man zu weit zurück, weil Truhen und verlassene Lagerstätten am Wegesrand zu verlockend sind. Read the rest of this entry »

Warum A Hat in Time ein wundervolles Spiel ist? Hat mit verschiedenen Dingen zu tun

hattime

Eine Sache, die mir an A Hat in Time [offizielle Seite] am besten gefällt, hat zu tun mit einem Bosskampf gegen eine unerwartet akrobatische Toilette, während die Zuschauer drumherum Rosen in die Arena werfen. Was für ein Spektakel! Es hat zu tun mit einem Waldlevel, in dem der Hauptcharakter ‘Hat Girl’ Zeitungen auswerfen fährt, nachdem sie sich mit der Spezialfunktion ihrer Sprintkappe einen Motorroller unter den Hintern klemmt. Mehrere dieser titelgebenden Hüte sind mit gesammelten Garnrollen fertigbar, jeder mit eigener Spezialfähigkeit. Es hat zu tun mit einer Villa, in der sie ein Monstrum durch die Flure hetzt und zum Verstecken unter Tischen zwingt. Read the rest of this entry »

Hellblade: Senua’s Sacrifice – Test


Die Stimmen hören nicht auf. Sie flüstern mir ins Ohr, nagen aus allen Richtungen an meinem Schädel. “Kehr um”, sagt eine von ihnen, “sie beobachten dich”. “Sie fällt jedes Mal auf ihre Tricks herein”, sagt eine andere gackernd, während Senua schreit. Mehr als einmal in Hellblade: Senua’s Sacrifice [offizielle Seite] musste ich gegen den Drang ankämpfen, mir die Kopfhörer von den Ohren zu reißen. Als Darstellung, wie entsetzlich sich das Leben mit einer Psychose gestaltet, ist Hellblade zweifellos ein Erfolg. Es nutzt Senuas Krankheit als Pfad in eine exzellente Acht-Stunden-Geschichte über Liebe und Verlust. Aber manchmal, besonders in den Kampfpassagen, ist es aus den falschen Gründen nur schwer spielbar. Read the rest of this entry »